Bis zum Jahr 2030 könnten 60 Prozent aller Korallenriffe abgestorben sein, befürchten Wissenschaftler.Bild 1 von 63 Denn die "Regenwälder der Meere" gehören zu den am meisten gefährdeten Ökosystemen der Erde.Bild 2 von 63 Schon geringe Erhöhungen der Wassertemperatur und des Säuregehalts der Meere durch den globalen Klimawandel gefährden die sensiblen Riffe mit ihrer komplexen Lebenswelt.Bild 3 von 63 Doch die Klimaveränderungen sind nur eine drohende Gefahr. Bei der Fischerei mit Schleppnetzen werden die Korallenstöcke einfach zerstört.Bild 4 von 63 Andere Fischereimethoden, wie die Dynamit- oder Blausäurefischerei verwüsten die Riffe.Bild 5 von 63 Durch die Überfischung fehlen die Fische, die die Algen abweiden. Das Riff wird zunehmend überwuchert.Bild 6 von 63 Hinzu kommen Schäden durch Abwässer, durch die Düngemittel und Pestizide in die Riffe gelangen.Bild 7 von 63 Eingriffe in die Natur, oft in weiter Ferne, wirken sich ebenfalls auf die Riffe aus.Bild 8 von 63 Durch die Abholzung des Regenwaldes nimmt die Bodenerosion zu, der ausgewaschene Schlamm erstickt die Korallen regelrecht, wenn Strömungen ihn nicht wieder abwaschen.Bild 9 von 63 Nicht zuletzt wird den Korallenbänken ihre oft atemberaubende Schönheit zum Verhängnis, immer mehr Menschen reisen zu den Riffen.Bild 10 von 63 Der Schnorchelurlaub ist längst kein Luxus mehr, sondern oft genug schon als Pauschalreise zu bekommen.Bild 11 von 63 Doch jedes Ausflugsboot, das Anker wirft, um Touristen zu den schönsten Schnorchelplätzen zu bringen, zerstört Korallen. Gerade unerfahrene Taucher brechen zudem Teile des Riffs ab.Bild 12 von 63 Die weltweite Souvenirindustrie sorgt dafür, dass Muscheln und Schnecken direkt aus den Riffen gefischt werden, um sie zu Mitbringseln zu verarbeiten.Bild 13 von 63 Auch korallenfressende Organismen, Krankheitsepidemien und tropische Stürme können Riffe schädigen.Bild 14 von 63 Bei der verheerenden Korallenbleiche stoßen die Korallen wegen steigender Wassertemperaturen die mit ihnen in Gemeinschaft lebenden einzelligen Algen ab.Bild 15 von 63 Doch ohne die pflanzlichen Partner können auch die Korallen nicht überleben.Bild 16 von 63 Das Riffökosystem ist an solche natürlichen Bedrohungen jedoch angepasst und regeneriert sich in kurzer Zeit von selbst, sofern die generellen Riffbedingungen günstig sind.Bild 17 von 63 Sind die Riffe jedoch bereits vorgeschädigt, kann etwa ein Sturm oder ein El Niño-Ereignis ein Riff definitiv zerstören.Bild 18 von 63 So sind die Korallenriffe, die es seit 500 Millionen Jahren und in einfacheren Formen seit drei Milliarden Jahren gibt, inzwischen vom Aussterben bedroht.Bild 19 von 63 Es gibt drei Arten von Riffen: so genannte Saumriffe, die nahe der Küste wachsen, ...Bild 20 von 63 ... Barriereriffe, die von der Küste durch tiefere Kanäle getrennt sind und mehrere Kilometer groß werden können ...Bild 21 von 63 ... und schließlich die Atolle - ringförmige Riffe, die um Inseln herum wachsen und oft vulkanischen Ursprungs sind.Bild 22 von 63 Riffe gehören zu den ältesten Ökosystemen der Erde.Bild 23 von 63 Sie werden von Steinkorallen "erbaut", die durch Kalkeinlagerungen Skelette bilden, aus denen schließlich Korallenbänke und schließlich Riffe entstehen.Bild 24 von 63 Lange Zeit wurden Korallen für Pflanzen gehalten, bis sie im 18. Jahrhundert erstmals als Nesseltiere beschrieben wurden.Bild 25 von 63 Korallen gedeihen im temperaturempfindlichen Flachwasser der tropischen und subtropischen Meere. Sie wachsen nur wenige Millimeter im Jahr.Bild 26 von 63 Die empfindlichen Korallen benötigen nährstoffreiches, sauberes Wasser. Sie leben in Symbiose mit einzelligen Algen, die für ihren Energiewechsel Sonnenlicht benötigt.Bild 27 von 63 Rund eine Million Arten, so die Schätzungen der Wissenschaft, konzentrieren sich in den so entstandenen Unterwasser-Landschaften.Bild 28 von 63 Nirgendwo anders in den Weiten der Ozeane erreicht die Fülle des Lebens eine solch verschwenderische Vielfalt und Komplexität.Bild 29 von 63 Viele dieser Arten leben in einzigartigen Verbindungen miteinander.Bild 30 von 63 Mangrovenwälder, Seegräser und Phytoplankton gehören dazu, ...Bild 31 von 63 ... aber auch Seesterne, ...Bild 32 von 63 ... Schwämme, Nesseltiere und Quallen, ...Bild 33 von 63 ... Gliederfüßer wie Krebse, Spinnen und Garnelen ...Bild 34 von 63 ... Würmer, Muscheln und Meeresschnecken ...Bild 35 von 63 ... Moostierchen, Stachelhäuter und Manteltiere ...Bild 36 von 63 ... Korallen und Anemonen ...Bild 37 von 63 ... Fische und Tintenfische ...Bild 38 von 63 ... und nicht zuletzt Haie, Rochen, ...Bild 39 von 63 ... Reptilien und Meeressäuger.Bild 40 von 63 Primitive Einzeller sind hier ebenso wie hoch entwickelte Säugetiere an einem System beteiligt, dass Wissenschaftler mit dem komplizierten Funktionieren einer Großstadt vergleichen.Bild 41 von 63 Bei hoher "Bevölkerungsdichte" und Platzmangel wird in die Höhe gebaut, ...Bild 42 von 63 ... Putzerfische bieten ihre Dienstleistungen an, verschiedene Arten nutzen zu verschiedenen Zeiten die gleiche Höhle.Bild 43 von 63 Bestimmte Arten übernehmen die Verwertung der Kadaver, andere filtern das Wasser zur Nahrungsgewinnung.Bild 44 von 63 Gleichzeitig bleibt es dadurch klar und sonnendurchlässig. Selbst die abgestorbenen Korallen werden zur Stabilisierung des Riffs weiter verarbeitet.Bild 45 von 63 Das Riff bei Tag unterscheidet sich deutlich vom Riff bei Nacht. Einige Arten verlassen das Riff, um im offenen Meer Nahrung zu suchen und kehren erst zum Schlafen wieder zurück.Bild 46 von 63 Viele Fische wechseln zwischen Tag- und Nachtfarbe, um so für Räuber unsichtbar zu werden.Bild 47 von 63 Auf dem engen Lebensraum schließen sich nicht nur Artgenossen zu Gemeinschaften zusammen.Bild 48 von 63 Anemone und Anemonenfisch, Pistolenkrebs und Wächtergrundel oder Seeigel und Kardinalsfische gehen einzigartigartige Symbiosen ein, von denen beide Arten durch Schutz, bessere Futtergewinnung oder durch mehr Lebensqualität profitieren.Bild 49 von 63 Die ökologische Bedeutung der Riffe ist aber noch vielfältiger.Bild 50 von 63 Das Riff bildet u.a. die Kinderstube vieler Fische. Hochseefische kommen zum Ablaichen hierher oder zur Futtersuche. Dieser Fischreichtum bildet wiederum die Ernährungsgrundlage für den Menschen.Bild 51 von 63 25 Prozent des asiatischen Fischfangs ist von funktionierenden Riffen abhängig.Bild 52 von 63 Fällt diese "Aufzuchtstation" weg, wird sich das auch weit entfernt an den Weltmeeren bemerkbar machen.Bild 53 von 63 Riffe bilden zudem natürliche Schutzwälle vor starken Ozeanwellen, die sonst mit deutlich größerer Wucht auf Land treffen würden.Bild 54 von 63 Ohne die vorgelagerten Riffe würde zudem mehr Land abgetragen werden, insofern sind gesunde Riffe eine der wirksamsten Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Natur entwickelt hat.Bild 55 von 63 Einige Reichtümer der Riffe sind erst dabei, entdeckt zu werden.Bild 56 von 63 Hauptsächlich Schwämme, Korallen und Algen stellen ein unschätzbares Reservoir medizinisch bedeutsamer Stoffe dar.Bild 57 von 63 Seit den siebziger Jahren erforscht man die Wirkung verschiedener chemischer Substanzen, die die Meerestiere erzeugen.Bild 58 von 63 Man hat so schon Medikamente gegen Tumore und gegen virale Erkrankungen gefunden.Bild 59 von 63 Die Riffe haben sich auch als sensible Indikatoren für Umweltveränderungen erwiesen, die früher oder später auch die Menschen betreffen.Bild 60 von 63 Erst vor etwa 20 Jahren wurden auch Kaltwasserriffe entdeckt, zum Beispiel vor der norwegischen Küste.Bild 61 von 63 Diese Riffe aus Kaltwasserkorallen sind ganz andere Ökosysteme, als die Warmwasserriffe.Bild 62 von 63 Ihre Korallen leben nicht in Symbiose mit Algen, weil in die Tiefen von bis zu 700 Metern kein Sonnenlicht mehr vordringt.Bild 63 von 63