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Mittwoch, 14. Februar 2007

Schutzbedürftige Raubtiere: Die Wölfe sind zurück

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Vor über 150 Jahren wurden sie fast vollständig ausgerottet und verjagt. Nun sind sie zurück in Deutschland - die Wölfe.

Vor über 150 Jahren wurden sie fast vollständig ausgerottet und verjagt. Nun sind sie zurück in Deutschland - die Wölfe.

Vor über 150 Jahren wurden sie fast vollständig ausgerottet und verjagt. Nun sind sie zurück in Deutschland - die Wölfe.

Aber genau wie bei "Problembär Bruno" sind auch über die Anwesenheit der Wölfe nicht alle Menschen erfreut. Angst und Unwissenheit sind dafür verantwortlich.

Den Wolf nicht zum Problemtier zu machen, forderte Mitte Februar 2007 eine Fachtagung des Bundesumweltministeriums. Titel der Veranstaltung: "Wer hat Angst vorm bösen Wolf?"

"Die Rückkehr der Wölfe in ihre natürlichen Lebensräume bereichert die Lebensvielfalt in unserem Land", erklärte die damalige Umwelt-Staatssekretärin Astrid Klug.

Doch die wildlebenden Wölfe in Deutschland schaffen eine Menge Konfliktstoff. Kritiker äußern sich lautstark.

Vor allem Tierzüchter ...

... und Jäger sehen die wilden Tiere als Feinde oder Konkurrenten an.

Die umstrittenen Einwanderer sind seit 2000 wieder in Deutschland. Ihre Zahl schätz der BUND derzeit auf etwa 60 Tiere. Wie viele Wölfe tatsächlich im Land leben, ist nicht bekannt, denn es gibt auch wandernde Einzelgänger und Rudel, die nur schwer nachzuweisen sind.

Fest steht jedoch, dass es schon vor Jahren auf einer Fläche von 700 Quadratkilometern in der Oberlausitz zwei gebietsbezogene Wolfsrudel gab, ...

... die jedes Jahr Nachwuchs bekommen: das Muskauer-Heide-Rudel und das Neuenstädter Rudel.

Ein Rudel ist die normale Sozialordnung des Wolfes. Es besteht normalerweise aus dem Elternpaar und deren Nachkommen.

Wölfe werden erst mit zwei Jahren geschlechtsreif. Die vorjährigen Jungwölfe helfen den Eltern bei der Aufzucht der nächsten Generation.

Wölfe leben und jagen im Rudel. Sie sind fleischfressende Raubtiere. Ihr Grundnahrung besteht aus mittelgroßen, pflanzenfressenden Säugetieren. In nahrungsarmen Zeiten frisst der Wolf auch Aas und Abfälle.

Dieses wilde Verhalten löst bei einigen Besorgnis aus. Nicht zuletzt durch Märchen und Erzählungen vom Isegrim ist der Ruf des Wolfes eher schlecht.

Tatsächlich hat es 2006 neun registrierte Angriffe von Wölfen auf Nutztiere gegeben, ...

... bei denen die Wölfe insgesamt 28 Schafe töteten. Im Jahr davor wurde jedoch nicht ein Übergriff registriert.

Aufklärung tut Not! Mit mehreren Initiativen setzen sich Tierschützer dafür ein, "die Mär vom bösen Wolf" aus der Welt zu schaffen.

Ungeschütztes oder wenig gesichertes Vieh ist eine leichte Beute für den Wolf, weiß Jana Schallenberg, Leiterin des Kontaktbüros "Wolfsregion Lausitz". Fast täglich hält die junge Forstwirtin einen Vortrag über Wölfe ...

... und versucht so, den Menschen Ängste und Vorbehalte zu nehmen.

Menschen, die mit Wölfen in Gefangenschaft zu tun haben, sind längst von ihrer Sanftmut überzeugt.

Schließlich stammt der treueste Freund des Menschen ...

... vom Wolf ab.

Trotzdem galt der Wolf vor allem in Europa lange als blutrünstig, dämonisch und gefährlich.

Bis heute werden Wölfe gejagt und geschossen, obwohl es seit Jahrzehnten keine Angriffe mehr von Wölfen auf Menschen gegeben hat.

Autos bleiben dennoch der größte (unnatürliche) Feind des Raubtieres ...

... wie auch der anderen Waldtiere.

Generell meiden Wölfe die Menschen. Der Klimawandel wie auch der Ausbau des Straßennetzes verkleinern und verschieben ihre Lebensräume. Ständig müssen sie sich an neue Bedingungen anpassen.

Der Naturschutzbund (Nabu) hat 2005 das Projekt "Willkommen Wolf" gestartet. Darin werden unter anderem ehrenamtliche Wolfsbetreuer unterstützt.

Es geht um eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Wolf, ...

... und um den Erhalt der Lebensräume von Wildtieren. (Alle Bilder dpa)

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