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Samstag, 17. Januar 2015

Vorstoß in die Tiefen des Alls: Diese Raumsonden flogen am weitesten

Von Kai Stoppel

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Was sich hinter den Rändern der Erde und ihrer Atmosphäre verbirgt, das zu erfahren, ist ein langgehegter Menschenheitswunsch. Den ersten Schritt ins All machte ...

Was sich hinter den Rändern der Erde und ihrer Atmosphäre verbirgt, das zu erfahren, ist ein langgehegter Menschenheitswunsch. Den ersten Schritt ins All machte ...

Was sich hinter den Rändern der Erde und ihrer Atmosphäre verbirgt, das zu erfahren, ist ein langgehegter Menschenheitswunsch. Den ersten Schritt ins All machte ...

... die sowjetische Sonde "Sputnik 1" im Jahr 1957. Hier eine Aufnahme vom Sputnik-Start auf dem Weltraumbahnhof Baikonur. Doch Sputnik ...

... entfernte sich gerade einmal etwa 939 Kilometer von der Erde. Seine zahlreichen Nachfolger jedoch ...

... stießen in den nachfolgenden Jahrzehnten tief in die äußeren Bereiche unseres Sonnensystems vor. Manche verließen es sogar. Hier die Rangliste der zehn derzeit am weitesten von der Erde entfernten Raumsonden: ...

Platz 10: Die NASA-Raumsonde "Dawn". Gestartet im Jahr 2007, wird sie voraussichtlich im März 2015 ihr letztes Ziel in bis zu 570 Millionen Kilometer Abstand zur Erde erreichen, und zwar ...

... den Zwergplaneten Ceres im Asteroidengürtel. Zuvor war "Dawn" bereits an Vesta (hier im Bild) vorbeigeflogen, nach Ceres das zweitgrößte Objekt im Asteroidengürtel. Vesta hat einen Durchmesser von etwa 516 Kilometern.

Platz 9: die Raumsonde "Juno". Die NASA hatte den Flugkörper erst 2011 auf die Reise geschickt. Derzeit ist er etwa 626 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und hat bereits ...

... den Asteroidengürtel mit seinen mehr als 600.000 Objekten hinter sich gelassen. Der Gürtel grenzt das Innere vom sogenannten Äußeren Sonnensystem mit seinen Gasriesen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sowie dem Kuipergürtel ab. Aber erst im Juli 2017 wird "Juno" den Jupiter erreichen ...

... und dort in einen Orbit einschwenken. Mit ihren Instrumenten soll "Juno" etwa erforschen, ob der Riesenplanet tatsächlich einen festen Kern hat.

Auf Platz 8 der weitest gereisten Flugkörper kommt die Sonde Galileo. Sie erreichte im Dezember 1995 ihr Missionsziel: ebenfalls Gasriese Jupiter, der bis zu 968 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Ein spektakulärer Erfolg der Mission war im Anflug auf Jupiter ...

... die direkte Beobachtung des Einschlags von dem etwa vier Kilometer großen Kometen Shoemaker-Levy 9 auf Jupiter - hier zu sehen als heller Punkt auf den drei Aufnahmen rechts. "Galileo" lieferte aber auch Hinweise ...

... auf die Beschaffenheit der Jupiter-Atmosphäre. Diese erkundet "Galileo" mit einer Tochtersonde - hier bei einem Test auf der Erde -, die in die dicken Gasschichten des Gasriesen eintauchte. Zudem lieferte das Mutterschiff Hinweise ...

... auf einen Wasserozean unter der Eiskruste des Jupiter-Mondes Europa. Allerdings war der Weg für Galileo beim größten Planeten des Sonnensystems zu Ende, denn im Jahr 2003 ...

... wurde die Sonde gezielt in die Atmosphäre Jupiters gelenkt, wo sie verglühte. Genauso weit ins All hatte es einige Jahre zuvor bereits eine andere Sonde geschafft, die damit auf ...

... Platz 7 landet: die europäische Mission "Ulysses". Die Umlaufbahn Jupiters schnitt die im Jahr 1990 gestartete Sonde allerdings nur, um durch ein so genanntes Swing-by-Manöver auf einen Kurs hin zu ihrem eigentlichen Ziel zu kommen: die Sonne. Kommen wir aber zum nächsten in der Rangliste: ...

Platz 6 unter den weitgereisten Sonden belegt die amerikanisch-europäische Koproduktion "Cassini-Huygens". Die im Jahr 1997 gestartete zweineinhalb Tonnen schwere Doppel-Sonde erreichte ihr endgültiges Ziel am 14. Juni 2004: den damals bis zu 1,5 Milliarden Kilometer entfernten Planeten ...

... Saturn. Hier eine Originalaufnahme der Bordkamera von "Cassini-Huygens". Ein Höhepunkt der Mission war nach dem Einschwenken in eine Saturn-Umlaufbahn das ...

... Abkoppeln des von der ESA gebauten Landers "Huygens", der anschließend auf dem Saturn-Mond Titan landete, wo er ...

... die ersten Fotos von der - für Teleskope auf der Erde nicht sichtbaren - Oberfläche des Mondes schießen konnte. Denn Titan ist von einer dichten Wolkendecke umgeben. Das künftige Schicksal der Muttersonde ...

... ist weiter offen. Sie soll vorerst noch bis 2017 Daten vom Saturn funken. Womöglich wird sie dann - ebenso wie die Galileo-Sonde - gezielt in die Atmosphäre des gigantischen Planeten gelenkt.

Auf Platz 5 der Weitflieger liegt die im Jahr 2006 gestartete ...

... Pluto-Erkundungssonde "New Horizons". Sie wird ihr Ziel wohl im Juli 2015 erreichen und dann eine Distanz von fast 5 Milliarden Kilometern zur Erde haben. Forscher freuen sich schon auf ...

... die ersten scharfen Fotos von der Oberfläche des Zwergplaneten Pluto; hier ein verschwommenes, von Computern errechnetes Bild, dem verschiedene Aufnahmen zugrunde liegen. Aber bei Pluto ist die Reise von "New Horizins" noch nicht zu Ende. Denn danach ...

... wird sie tiefer in den Kuipergürtel eindringen, in die Heimat von Pluto und den vermuteten Herkunftsort aller Kometen. In dieser Region im Sonnensystem, die zwischen 4,5 und 7,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt liegt, sollen etwa 70.000 Objekten ihre Bahnen um unser Zentralgestirn ziehen. Kaum zu glauben, aber noch viel weiter als "New Horizons" ...

... flog die US-Sonde "Pioneer 11", die in unserer Rangliste auf Platz 4 kommt. Gestartet im April 1973, befindet sie sich ...

... nach Vorbeiflügen an Jupiter und Saturn (hier eine Originalaufnahme der "Pioneer-11"-Bordkamera) derzeit in einer Entfernung von sagenhaften 13 Milliarden Kilometern zur Erde. Leider ist der Kontakt zur Sonde bereits abgebrochen; im Jahr 1995 empfingen Forscher die letzten Signale. Bekannt ist das Fluggerät für...

...die sogenannte Pioneer-Plakette, die an der Sonde angebracht ist. Diese bedruckte Goldplatte soll außerirdischen Lebewesen eine bildhafte Vorstellung von den Menschen vermitteln - auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sie jemals Betrachter findet, womöglich äußerst gering ist. Noch ein gewaltiges Stück weiter jedoch ...

... flog "Voyager 2". Sie kommt damit auf Platz 3 der am weitesten geflogenen Raum-Flugkörper. Auf dem Bild steckt die US-Sonde noch auf der Spitze einer Titan-IIIE-Centaur-Rakete, unmittelbar vor dem Start im August 1977.

Auch "Voyager 2" hat eine Botschaft für Außerirdische mit an Bord: die "Voyager Golden Record". Es handelt sich dabei um eine Datenplatte mit Bild- und Audio-Informationen, also Fotos von den Planeten des Sonnensystems, aber auch Grußbotschaften in 55 verschiedenen Sprachen. Aber warum landet "Voyager 2" in dieser Liste auf Platz 2? Na, klar: ...

... sie ist unglaublich weit geflogen: Heiligabend 2014 betrug ihr Abstand zur Erde bombastische 16 Milliarden Kilometer. Im Jahr 2007 hat "Voyager 2" bereits ...

... den sogenannten Termination Shock durchquert, eine der äußeren Grenzen des Sonnensystems. Pro Jahr legt "Voyager 2" fast 500 Millionen Kilometer zurück. Knapp geschlagen geben muss sich die Sonde jedoch von ...

... "Pioneer10", der Schwestersonde von "Pioneer 11". Sie ist mittlerweile mehr als 42 Jahre unterwegs. Beim letzten Funkkontakt im Januar 2003 hielt sie sich etwa 12 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt auf. Mittlerweile sind es sogar 16,7 Milliarden Kilometer. Und wenn nichts dazwischen kommt ...

... erreicht die Sonde das Sternensystem Aldebaran (der dritte helle Stern von oben gezählt, etwas unterhalb der Bildmitte). Allerdings wird "Pioneer 10" noch eine Weile brauchen, bis sie dort ankommt: knapp zwei Millionen Jahre. Kommen wir nun aber zu der unangefochtenen Königin unter den Raumsonden ...

... "Voyager 1" - seinerseits die Schwestersonde von "Voyager 2". Ihre Entfernung zur Erde beträgt derzeit - halten Sie sich fest! - ...

... sage und schreiben 19,6 Milliarden Kilometer. Das entspricht etwa der Länge von 196 Millionen durchschnitllichen Fußballfeldern - hintereinander. Würde ein Mensch diese Strecke mit einem Trabi zurücklegen wollen, und zwar ...

... konstant mit der in der DDR zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern, dann bräuchte der Fahrer sage und schreibe mehr als 22.000 Jahre. Dafür müsste er zudem auf der Erde ...

... 490.000 mal um den Äquator herumfahren. Apropos Erde: "Voyager 1" hat noch viele weitere Besonderheiten auf Lager. Etwa das erste Foto in der Geschichte der Menschheit (hier zu sehen), auf dem die Planeten Erde (unten) und Mond in ihrem vollen Umfang gemeinsam zu sehen sind. Ein weiteres beeindruckendes Bild ...

... gelang der "Voyager 1" im Jahr 1990. Auf ihrem Weg raus aus dem Sonnensystem wurde die Sonde von Wissenschaftlern um 180 Grad gedreht, um aus sechs Milliarden Kilometern Entfernung noch mal ein Foto von der Erde zu machen. Das Ergebnis: Unser Heimatplanet ist hier nur als kleiner, kaum erkennbarer blauer Pixel zu sehen. Aber noch andere Spitzenleistungen kennzeichnen die "Voyager 1", so ist sie etwa ...

... als erstes von Menschen erzeugtes Objekt in den interstellaren Raum eingedrungen - und zwar im August 2012. Obwohl sie bereits im September 1977 (etwa zwei Wochen später als "Voyager 2") gestartet ist, funkt sie bis heute regelmäßig Daten zur Erde. Wenn alles glatt läuft, wird die Sonde in etwa 40.000 Jahren ...

... den rund 17 Lichtjahre entfernten Stern Gliese 445 passieren. Bei diesem handelt es sich um einen sogenannten Roten Zwerg. Sie gehören zu den kleinsten und lichtschwächsten Sternen im Universum. Die Abbildung zeigt den Roten Zwerg Gliese 581 im Sternbild Waage mit zwei seiner drei Planeten, die Forscher bisher nachweisen konnten. Und trotz des wahrscheinlichen Falls, dass "Voyager 1" in 40.000 Jahren keine Daten mehr sendet, wird die Sonde ihre Reise fortsetzen ...

... bis weit in die Tiefen des Alls.

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