Hochleistungstiere und Methanrülpser: Kühe, Kälber, Ochsen
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Das ist "Petale", 2011 die schönste und beste Kuh Niedersachsens. Sie ist elf Jahre alt, hat bereits sieben Kälber geboren und über 100.000 Kilogramm Milch gegeben. Das überzeugte die Jury.Bild 1 von 57 | Foto: picture alliance / dpaFür den tierischen Wettbewerb werden die Kühe von ihren Besitzern mit viel Aufwand hergerichtet. Der Einsatz von Haar- und Farbspray ist eine gängige und erlaubte Praxis.Bild 2 von 57 Diese Aufmerksamkeit und Fürsorge bekommt jedoch nur ein kleiner Teil der auf der Welt lebenden rund 1,3 Milliarden Rinder.Bild 3 von 57 Das Rind ist ein Haustier, das vor allem wegen seines Fleisches und seiner Milch gehalten wird.Bild 4 von 57 Die Häute der Tiere sind das wirtschaftlich wichtigste Nebenprodukt der Intensivtierhaltung. Sowohl Rinderfelle als auch Rindsleder können gut abgesetzt werden.Bild 5 von 57 Außerdem liefern Rinder Gülle (Jauche) und Mist. Beides kommt als Düngemittel in der Landwirtschaft zum Einsatz.Bild 6 von 57 Aber auch zur Gewinnung von Strom und Wärme können die Exkremente der Tiere in Biogasanlagen vergoren werden.Bild 7 von 57 Sogar die Hörner der Tiere werden zu Hornspäne oder Hornmehl verarbeitet. Hobbygärtner schwören darauf.Bild 8 von 57 Bis heute lösen Kämme und Knöpfe aus Rinderhorn bei Liebhabern Begeisterung aus. Die Kämme sind antistatisch und sollen bei Gebrauch das Haar besonders schön und glänzend machen.Bild 9 von 57 Rinder begleiten die Menschen bereits seit dem 9. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung.Bild 10 von 57 Der Mensch domestizierte das Hausrind aus dem Wildrind und züchtete zahlreiche Rassen für verschiedene Ansprüche. (Kalb der gefährdeten Englischen Parkrinder - White Park)Bild 11 von 57 War das Haustier in früheren Zeiten vor allem Arbeits- und Fleischvieh, ...Bild 12 von 57 ... hat sich mit zunehmender Mobilität und der Entwicklung technischer Verfahren zur Haltbarmachung der Milch der Schwerpunkt der Züchtungen mehr auf Milch- und Fleischvieh verlagert.Bild 13 von 57 | Foto: picture alliance / dpaMit der Industriealisierung gab es immer weniger so genannte Dreinutzungsrassen. Das sind Tiere, die als Arbeits-, Fleisch- und Milchvieh gehalten wurden. Einige von ihnen verschwanden ganz. (Gelbes Frankenvieh)Bild 14 von 57 Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde bei den Züchtungen immer mehr die Milchproduktion betont.Bild 15 von 57 Die bedeutendste Milchviehrasse, die so entstand, nennt sich Holstein-Rind.Bild 16 von 57 Diese Rasse ist genetisch auf Höchstleistungen in der Milchproduktion ausgerichtet.Bild 17 von 57 Durch die gute Melkbarkeit, den hohen Fettanteil in der Milch und die gute Milchleistung selbst wird die Holstein-Kuh weltweit gern und oft gehalten.Bild 18 von 57 Eine Holstein-Kuh kann jährlich 8.000 Kilogramm Milch produzieren. Spitzentiere schaffen sogar 10.000 bis 13.000 Kilogramm.Bild 19 von 57 Solche Leistungen sind nur möglich durch gezielte Züchtung und spezielles Futter. Hochleistungsmilchkühe leben meistens in großen Zuchtbetrieben ...Bild 20 von 57 ... in Hightech-Ställen, in denen alles automatisch läuft.Bild 21 von 57 Diese Tiere stehen ihr Leben lang im Stall und kennen weder grüne saftige Weiden noch das Sonnenlicht.Bild 22 von 57 Sie werden nicht mal mehr mit Gras oder Silage gefüttert, sondern bekommen Kraftfuttermischungen, die aus Weizen, Soja und Mais bestehen.Bild 23 von 57 Die Aufgabe der Tiere ist es, Kälber zu gebären und Milch zu geben. Nur eine Kuh, die schon einmal gekalbt hat, gibt auch Milch.Bild 24 von 57 Kurz nach der Geburt, wird das Kalb von der Mutterkuh getrennt, ...Bild 25 von 57 ... bekommt zwei Ohrmarken (falls eine verloren geht) ...Bild 26 von 57 ... und wird mit angerührtem Milchpulver als Ersatzmilch aus dem Nuckeleimer versorgt.Bild 27 von 57 Damit der Milchfluss nicht versiegt, werden die Kühe in regelmäßigen Abständen mit tiefgefrorenem Sperma aus dem Katalog besamt.Bild 28 von 57 Lässt die Milchleistung der Kühe nach, werden sie geschlachtet und landen schließlich als Fleisch auf unseren Tellern.Bild 29 von 57 Etwas anders verläuft ein Kuhleben auf den Bio-Höfen.Bild 30 von 57 Diese Kühe stehen, schon als Kälbchen, die meiste Zeit auf grünen Weiden.Bild 31 von 57 Bio-Kühe fressen naturgemäß Gras, Klee und Heu.Bild 32 von 57 Die Kälber dürfen bei ihren Müttern bleiben und werden von ihnen gesäugt. Da die Milch der Kuh kurz nach der Geburt besonders gehaltvoll ist, entsteht ein natürlicher Immunschutz beim Kalb.Bild 33 von 57 Außerdem wird die Kuh bis zum 300. Tag nach der Geburt ihres Kalbes gemolken. Danach wird die Kuh "trockengestellt", also nicht mehr gemolken.Bild 34 von 57 Die Kuh, die übrigens in vielen Bio-Betrieben ihre Hörner behalten darf, kann sich in dieser Zeit regenerieren, bis sie das nächste Kalb bekommt.Bild 35 von 57 Eine Bio-Milch-Kuh wird zwei Mal am Tag gemolken. Dafür wird sie von der Weide zum Melkstand getrieben.Bild 36 von 57 Im Durchschnitt gibt sie 20 Liter Milch pro Tag. Bis zu 30 Liter sind es, kurz nachdem eine Milchkuh gekalbt hat.Bild 37 von 57 Die männlichen Kälber werden meist bereits vor dem dritten Lebensmonat kastriert. Dieser Eingriff wird mit Betäubung vom Tierarzt durchgeführt.Bild 38 von 57 Kastrierte Bullen werden Ochsen genannt. Die Jungtiere werden auf Bio-Höfen nach ungefähr sechs Monaten von der Milch der Mutter entwöhnt und als Herden im Sommerhalbjahr auf die Weiden getrieben.Bild 39 von 57 Strenge EU-Richtlinien für Bio-Fleisch verbieten die Haltung von Bio-Rindern auf so genannten Spaltenböden.Bild 40 von 57 Spaltenböden können bei Rindern zu Klauen- oder Gelenkverletzungen führen. Zudem ist der Boden zu hart, so dass chronische Lahmheiten entstehen können.Bild 41 von 57 Allerdings werden auch die für die Fleischproduktion ausgesuchten Tiere auf Bio-Höfen oftmals nicht älter als zwei Jahre, ...Bild 42 von 57 ... denn Verbraucher bevorzugen Rindfleisch von jungen Tieren. Der Geschmack ist besser und das Fleisch zarter.Bild 43 von 57 Doch egal ob Bio-Rind oder Kuh aus Massentierhaltung: Die Tiere stoßen beim Verdauen klimaschädliches Methan aus.Bild 44 von 57 Rinder sind Wiederkäuer. Sie verdauen die pflanzliche Nahrung in ihren vier Mägen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Lab- oder Käsemagen).Bild 45 von 57 Doch vor der endgültigen Verdauung ...Bild 46 von 57 ... wird die Nahrung mehrfach aufgestoßen und genüsslich wiedergekäut. Nur so kann die pflanzliche Nahrung optimal ausgenutzt und umgesetzt werden.Bild 47 von 57 Problematisch an dieser effizienten Verdauung ist die Freisetzung von Methan durch Rülpsen und Pupsen der Tiere.Bild 48 von 57 Methan ist ein farb- und geruchloses Gas, das für das Klima zehnmal gefährlicher ist als Kohlendioxid.Bild 49 von 57 In wissenschaftlichen Studien wurde errechnet, dass ein einziges Rind für das Klima genauso schädlich ist wie ein Kleinwagen.Bild 50 von 57 40 Prozent des Methanausstoßes weltweit wird der Rinderzucht zugeschrieben.Bild 51 von 57 Trotz dieser Ergebnisse steigt der weltweite Bedarf an Rindfleisch seit der BSE-Krise zur Jahrtausendwende wieder stetig an.Bild 52 von 57 Spitzenreiter sind die Argentinier, die fast 70 Kilogramm Rindfleisch pro Kopf und Jahr verzehren.Bild 53 von 57 Um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren, werden zehn Kilogramm Futter gebraucht.Bild 54 von 57 Die Verfütterung in Rinder-Mastanlagen von Getreide, Soja und anderen Nahrungsmitteln, ...Bild 55 von 57 ... die auf der anderen Seite der Erde fehlen, sollte zumindest beim nächsten Sonntagsbraten ...Bild 56 von 57 ... nachdenklich stimmen. (Alle nicht gekennzeichneten Bilder: AP, dpa)Bild 57 von 57
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