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Mittwoch, 14. März 2018

Physiker stirbt mit 76 Jahren: Stephen Hawking, ein Genie mit Weisheit und Witz

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"Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe es aber auch nicht eilig", sagte Stephen Hawking 2011 dem "Guardian".

"Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe es aber auch nicht eilig", sagte Stephen Hawking 2011 dem "Guardian".

"Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe es aber auch nicht eilig", sagte Stephen Hawking 2011 dem "Guardian".

Die Wissenschaftswelt trifft der Tod des Mathematikers schwer.

Dabei hätte zunächst kaum jemand gedacht, dass das an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erkrankte Genie überhaupt ein so hohes Alter erreicht. Oft sterben Menschen, die von der Nervenkrankheit betroffen sind, bereits ein Jahrzehnt nach der Diagnose.

Bei Hawking traten die ersten Symptome während seines Studiums zu Beginn der 1960er-Jahre auf. Umso energischer arbeitete er daran, der Welt ein Vermächtnis zu hinterlassen: ...

... "Alle Wissenschaftler versuchen, an der Pyramide menschlichen Wissens weiter zu bauen. Ich hoffe, dass ich einen kleinen Stein dazutun konnte."

Hawkings erstes populärwissenschaftliches Buch, "Eine kurze Geschichte der Zeit", wurde 1988 ein Verkaufsschlager, dabei ...

... hatte der Wissenschaftler damit selbst nicht gerechnet: "Jede mathematische Formel in einem Buch halbiert die Verkaufszahl dieses Buches", sagte er.

Der Astrophysiker hat bedeutende Beiträge zur Allgemeinen Relativitätstheorie und zu Schwarzen Löchern geleistet. "Ich möchte das Universum ganz und gar verstehen. Ich möchte wissen, warum es so ist, wie es ist, und warum es überhaupt existiert", heißt es in "Eine kurze Geschichte der Zeit".

Seine Ansicht über die Menschen selbst war dabei immer von Humor geprägt: "Wir sind nur eine etwas fortgeschrittene Brut von Affen auf einem kleinen Planeten, der um einen höchst durchschnittlichen Stern kreist." (Hier ist Hawking mit seiner zweiten Frau Elaine Maison bei ihrer Hochzeit 1995 zu sehen.)

"Ich habe beobachtet, dass sogar Leute, die behaupten, alles ist vorherbestimmt und wir können nichts tun, es zu verändern, schauen, bevor sie die Straße überqueren."

Umstritten sind Hawkings Positionen zu künstlicher Intelligenz, außerirdischem Leben und der Existenz Gottes. (Hier 2008 mit Papst Benedikt.)

"Anders als unser Intellekt verdoppeln Computer ihre Leistung alle 18 Monate. Daher ist die Gefahr real, dass sie Intelligenz entwickeln und die Welt übernehmen."

"Ich stelle mir vor, dass Außerirdische in riesigen Schiffen leben, weil sie die Ressourcen ihres Heimatplaneten aufgebraucht haben. Diese fortschrittlichen Aliens könnten wie Nomaden umherziehen und dabei ...

... fremde Planeten erobern und besiedeln. Sollten uns Aliens eines Tages besuchen, entspräche das wohl der Landung von Christoph Kolumbus in Amerika. Und das ist für die amerikanischen Ureinwohner nicht gut ausgegangen."

"Bevor wir die Wissenschaft verstanden, war es selbstverständlich, zu glauben, Gott hätte das Universum geschaffen, aber heute bietet die Wissenschaft eine überzeugendere Erklärung." Papst Franziskus schien das bei einem Treffen 2016 wenig zu stören.

Mit seinen Kollegen ging Hawking auch nicht zimperlich um und sagte seine Meinung gerade heraus (hier mit der Biochemikerin Dorothy Hodgkin, die 1964 den Nobelpreis für die Entschlüsselung des Vitamins B12 erhielt): ...

... "Isaac Newton war ein großer Wissenschaftler, aber kein sehr netter Mensch."

1994 sagte Hawking bei einem Vortrag an der Universität Cambridge: "Einstein lag falsch, als er sagte 'Gott würfelt nicht'. (...) Er hat die Würfel manchmal nur dorthin geworfen, wo wir sie nicht sehen."

Hawkings Humor ist vor allem auch in Film und Fernsehen geschätzt. Dort ist er ein beliebter Komparse.

2014 erschien der Kinofilm "Die Entdeckung der Unendlichkeit" mit Eddie Redmayne in der Hauptrolle, die ihm einen Oscar einbrachte.

Der echte Hawking trat in mehreren TV-Serien auf, darunter "Raumschiff Enterprise", "The Big Bang Theory" und "Cosmo und Wanda".

Auch in einer seiner Lieblingssendungen, "Die Simpsons", hatte Hawking mehrere Gastauftritte. "Ich glaube, dass 'Die Simpsons' das Beste im amerikanischen Fernsehen sind", sagte er einmal über die Zeichentrickserie.

Mit Stephen Hawking verliert die Welt nicht nur einen Vor- und Querdenker, sondern auch ein Genie. (2009 verlieh ihm Barack Obama die Medal of Freedom.)

Was von ihm bleibt, ist mehr als eine Vielzahl geistreicher und witziger Zitate. Eins ... (Hier 2008 mit Nelson Mandela.)

... sollte aber stets jeder Hawking-Verehrer im Gedächtnis behalten: ...

"Der größte Feind des Wissens ist Ignoranz. Sie ist die Illusion des Wissens." (lsc)

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