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Dienstag, 22. November 2016

Vorstoß ins Dunkel der Meere: Von Tiefsee-U-Booten und Tauchrobotern

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Er schien einst unerreichbar, doch mittlerweile haben den Mond ... (Foto: picture alliance / dpa)

Er schien einst unerreichbar, doch mittlerweile haben den Mond ...

Er schien einst unerreichbar, doch mittlerweile haben den Mond ...

... schon zwölf Menschen betreten. Der Erdtrabant ist im Mittel 384.400 Kilometer von uns entfernt und trotzdem besser erforscht als ...

... die dunklen Regionen der Weltmeere. Zum wohl tiefsten Punkt der Ozeane, ...

... rund 11.000 Meter unter der Meeresoberfläche im Marianengraben gelegen, sind bislang erst drei Menschen vorgedrungen.

Die ersten beiden waren Jacques Piccard und Don Walsh. Im Jahr 1960 sanken sie im ...

... Tiefseetauchboot Trieste ...

... 10.910 Meter ins Challengertief hinab. Rund 40 Millionen Tonnen wiegt das Wasser, das bei einer solchen Expedition auf dem Boot lastet. Es muss einem Druck von rund einer Tonne pro Quadratzentimeter standhalten. Das ist grob ...

... das Tausendfache des Luftdrucks. Die Plexiglasabdeckung vor dem Bullauge der Trieste bekam unter diesen Bedingungen Risse - mit einem lauten Knall. Deswegen verkürzten Piccard und Walsh ihren Aufenthalt in der Tiefe von 30 auf 20 Minuten und tauchten ...

... dreieinhalb Stunden später wieder an der Meeresoberfläche auf. Als Ballast waren 16 Tonnen Eisenschrott an Bord gewesen, die nun auf dem Meeresboden liegen. Es sollte mehr als 50 Jahre dauern, bis ...

... ein weiterer Abenteurer den Weg hinab zum tiefsten Punkt der Meere wagte. "Titanic"-Regisseur James Cameron trat ...

... den Tauchgang 2012 alleine an - im geheim entwickelten Deepsea Challenger. Das Tiefsee-U-Boot ist ...

... 7,30 Meter hoch und wird von zwei klappbaren Stabilisierungsflossen aufrecht gehalten. Camerons Abstieg dauerte gut zweieinhalb Stunden, dann hatte er ...

... eine Tauchtiefe von 10.908 Metern erreicht. Nach einem Aufenthalt von drei Stunden machte sich Cameron auf den Rückweg. Das Boot war mit vielen Kameras ausgestattet. Einige der Aufnahmen zeigte Cameron 2014 im 3D-Film "Deepsea Challenge".

Bislang sind Piccard, Walsh und Cameron die Einzigen, die die Reise zum tiefsten Punkt im Marianengraben angetreten haben. Doch die Geschichte der Tiefsee-U-Boote ist ...

... länger. Sie begann mit einer Tauchkugel, der Bathysphäre, von Charles William Beebe (l.). Der US-Forscher tauchte damit 1934 bei Bermuda 1000 Meter tief. Allerdings hatte die Bathysphäre keinen eigenen Antrieb. Sie wurde an einem Kabel vom Schiff in die Tiefe gelassen.

Spektakulär war 1986 der bemannte Tauchgang des Forschungs-U-Boots Alvin zum Wrack ...

... der Titanic. An Bord: der Unterwasserarchäologe Robert Ballard, der das Wrack des berühmten Passagierschiffes ...

... im Nordatlantik in 3803 Metern Tiefe lokalisiert hatte. Die Alvin hatte zu diesem Zeitpunkt ...

... schon einiges hinter sich: Einmal wurde das Boot von einem Schwertfisch angegriffen, ein andermal kollidierte es mit dem Mutterschiff und verlor einen Greifarm. Aufsehenerregend war ...

... ein Unfall 1968 im Atlantik: Damals lief Wasser in den Druckkörper des U-Bootes, also in den Teil, in dem sich die Besatzung aufhält. Die konnte sich retten, aber die Alvin sank auf 1580 Meter Tiefe. Erst nach einem Jahr konnte sie mithilfe eines anderen Forschungs-U-Bootes geborgen werden.

Ebenfalls bekannt: die russischen U-Boote Mir 1 und Mir 2. Auch sie tauchten mit einer Besatzung ...

... zum Wrack der Titanic hinab und nahmen dabei unter anderem die Ankerketten-Mechanik des Dampfers ins Visier.

Es war auch eine Mir, die im Jahr 2007 ...

... am geografischen Nordpol eine russische Flagge in den Meeresboden rammte - in 4621 Metern Tiefe.

Weiter hinab, auf rund 7000 Meter, ging es 2012 mit ...

... dem chinesischen "Meeresdrachen", dem Forschungs-U-Boot Jiaolong. Ort des ...

... Geschehens: der Marianengraben. Die Jialong kann Fotos und Videos aufnehmen, ...

... Proben sammeln und Experimente durchführen. In einer Tiefe von ...

... 7062 Metern hinterließ die Besatzung ein Zeichen. Das war für China ein neuer Bestwert. Weiter hinunter geht es mit dem ...

... "Meeresdrachen" auch nicht; er ist für eine maximale Tauchtiefe von 7000 Metern ausgelegt.

Auch Deutschland hat ein bemanntes Forschungs-U-Boot: Die Jago bietet Platz für zwei Personen. In die wirklich dunklen Gefilde der Tiefsee dringen die allerdings nicht vor - maximal 400 Meter tief kann die Jago tauchen. Neben den bemannten ...

... Fahrzeugen kommen unter Wasser auch viele Roboter zum Einsatz, die Remotely Operated Vehicles, kurz ROV. Hier zu sehen: ein Mini-ROV der Hochschule Bremen mit Sonde und Kamerasystem. Auf ROVs wurde zum Beispiel auch ...

... bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zurückgegriffen. Das hier abgebildete sollte das Bohrloch im Meeresboden abdichten. Es war auch ein ROV, das ...

... 2011 das Wrack eines britischen Handelsschiffes vor der Küste Irlands unter die Lupe nahm. Besonders weit hinab kam 1995 der ...

... japanische Tauchroboter Kaiko: Er folgte Piccard und Walsh hinunter auf 10.911 Meter - den tiefsten Punkt des Meeres. (asc)

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