Hitzewelle im Liveticker+++ 04:47 Fällt morgen der deutsche Juni-Rekord? +++
Die seit Tagen anhaltende Hitzewelle steuert auf Rekordtemperaturen zu und wirbelt das Leben in Deutschland durcheinander. Zwar wird der Juni-Rekord am heutigen Donnerstag mit "hoher Wahrscheinlichkeit" noch nicht geknackt werden, wie Jens Winninghoff vom Deutschen Wetter-Dienst (DWD) sagt. Allerdings dürfte es nach seinen Worten am Tag darauf wohl so weit sein. Die bisher höchste gemessene Temperatur an einem Juni-Tag liegt bei 39,6 Grad und wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) registriert. Ganz so weit soll das Thermometer heute noch nicht steigen, der DWD erwartet Höchstwerte nur knapp über 39 Grad, vor allem im Westen und Südwesten. Im Norden steigen die Temperaturen demnach auf 27 bis 33 Grad, sonst auf 34 bis 37 Grad. Auf einigen Nordseeinseln wird es laut DWD mit 22 Grad deutlich angenehmer.
+++ 04:09 "Nächstenliebe" in der Hitze: Evangelische Kirche bietet Schutz in kühlen Räumen +++
Eine ganz besondere Form der Nächstenliebe bietet in der derzeitigen Hitzewelle in Deutschland die evangelische Kirche an: Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, lädt die Bundesbürger ein, Schutz in kühlen Kirchenräumen zu suchen. "Nächstenliebe zeigt sich auch darin, Menschen vor den Folgen extremer Hitze zu schützen", sagt sie der "Rheinischen Post". Im Rahmen der Aktion "Kühle Kirchen" hätten viele Gemeinden ihre Türen geöffnet, sagt Fehrs. "Sie bieten Menschen einen Ort zum Ausruhen, Durchatmen und Schutz vor der Hitze." Christliche Verantwortung zeige sich darin, "Menschen beizustehen, die auf Hilfe angewiesen sind".
+++ 02:39 Auf Hitzewelle in Frankreich folgen Unwetter +++
Die Hitzewelle in Frankreich hat sich am Mittwoch abermals verschärft. Der Wetterdienst Météo France erließ für 72 Departements und damit den größten Teil des Landes ab mittags die höchste Warnstufe Rot. Erwartet werden flächendeckend Höchsttemperaturen zwischen 34 und 39 Grad und in einigen Regionen Temperaturen bis 41 Grad. Schon die Nacht war für die Menschen in Frankreich wieder extrem belastend. Vielfach sanken die Temperaturen nur auf 23 bis 26 Grad ab. Schon ab dem heutigen Donnerstag werden allerdings örtlich Unwetter und Regen erwartet. Ab Freitag wird mit einem Rückgang der Temperaturen gerechnet.
+++ 00:27 Europäischer Gewerkschaftsbund fordert "Abkühlpausen" für Arbeitnehmer +++
Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hat angesichts der Hitzewelle in Westeuropa nach Vorbild der Trinkpausen bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Amerika "Abkühlpausen" für europäische Arbeitnehmer gefordert. Es handle sich um "ein gutes Beispiel dafür, wie die Arbeit an den Klimawandel angepasst werden kann", erklärt EGB-Generalsekretärin Esther Lynch. Allerdings bräuchten Bauarbeiter, Obstpflücker oder Busfahrer "deutlich länger als drei Minuten, um sich zu erholen", fügt sie hinzu. "Die während der Weltmeisterschaft eingesetzten Abkühlpausen haben das Augenmerk auf die Gefahr gelenkt, die von extremer Hitze für Beschäftigte ausgeht", betont Lynch.
+++ 23:26 Ärzte für Nachbarschaftshilfe: Gezielt nach Alleinstehenden schauen +++
Mit Blick auf anhaltend hohe Temperaturen haben die Ärzteschaft und Gesundheitsverbände die Bevölkerung zum gegenseitigen Schutz aufgerufen. Die aktuelle Lage sei riskant, teilen die Bundesärztekammer und die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit mit. Die Verbände appellieren, gezielt nach Alleinstehenden zu schauen. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Schwangere, kleine Kinder und im Freien arbeitende Menschen. Zudem rufen die Organisationen dazu auf, sich selbst und andere vor Hitze und UV-Strahlung zu schützen. Viele seien sich der Gefährdung nicht bewusst. Wer selbst chronisch krank, alt oder pflegebedürftig ist, solle auf Anzeichen von Austrocknung achten. Dazu zählen Schwindel, Verwirrtheit und Schwäche.
+++ 22:11 WHO: Seit 2000 immer weniger Kältetote - Zahl der Hitzeopfer steigt +++
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der aktuellen Hitzewelle vor der tödlichen Gefahr von hohen Temperaturen. "Extreme Hitze zählt zu den schwerwiegendsten und am schnellsten wachsenden Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen, die durch den Klimawandel entstehen", sagt Tedros Adhanom Ghebreyesus. Rund eine halbe Million Menschen würden jährlich weltweit an Hitzefolgen sterben, doch viele dieser Todesfälle seien vermeidbar, so Tedros. Der Fokus der Schutzmaßnahmen sollte aus Sicht der WHO besonders auf Risikogruppen liegen. Dazu gehören nicht nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder, sondern auch Arbeiter und sozial benachteiligte Menschen. Laut einer wissenschaftlichen Studie zu globalen Temperaturen und Todesfällen zwischen 2000 und 2019 gab es in dem Zeitraum zwar weitaus mehr Kälte- als Hitzetote. Doch die Forscher fanden auch heraus, dass die kältebedingte Todesrate in diesem Zeitraum abnahm, während die hitzebedingte Todesrate anstieg.
+++ 21:22 Frankreich knackt Hitzerekord - schon wieder +++
Am zweiten Tag in Folge ist in Frankreich der Rekord für den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gebrochen worden. Basierend auf den Angaben von 30 Messstationen liegt der Durchschnittswert aus Tag- und Nachttemperaturen an diesem Mittwoch nach vorläufigen Angaben des Wetterdienstes Météo-France um 17 Uhr bei 30 Grad. Erst am Vortag war mit 29,9 Grad ein Rekord bei den seit 1947 erhobenen Temperaturaufzeichnungen aufgestellt worden. In der Hauptstadt Paris kletterte das Thermometer auf 40,3 Grad. Das war erst das vierte Mal in 150 Jahren, dass dort 40 Grad überschritten wurden, und das erste Mal in diesem Jahr. Die landesweit höchste Temperatur gab es mit jeweils 43,8 Grad in den Gemeinden Pallau und Pissos im Westen den Landes.
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