Panorama

Sensationsfund in der Mongolei 2500 Jahre alte Mumie entdeckt

Sie gilt als "Sensationsfund" und fasziniert die Forscher ähnlich wie der berühmte "Ötzi": Ein internationales Team um das Deutsche Archäologische Institut (DAI) hat in der Mongolei eine rund 2500 Jahre alte Eismumie geborgen. Die Archäologen seien in 2.600 Meter Höhe auf einen intakten Grabhügel mit kunstvollen Grabbeigaben gestoßen, berichtete DAI-Präsident Hermann Parzinger am Donnerstag in Berlin. Die Skythen waren ein indoeuropäisches Reitervolk, das in den weiten Steppen Eurasiens lebte.

Bis auf das Gesicht ist die Mumie des Kriegers, der wohlhabend gewesen sein muss, ungewöhnlich gut erhalten. Sogar die Filzhaube ist noch intakt, auch Tätowierungen sind erkennbar. Fast 170 Wissenschaftsdisziplinen können sich nun mit dem Fund, der größenteils nach Ulan Bator geflogen wurde, beschäftigen. Selbst der Mageninhalt der zwei Pferde, die neben dem Krieger begraben waren, bietet dank der natürlichen Tiefkühlung noch Stoff fürs Labor.

Die "Eiskurgane", die Grabhügel im entlegenen Altai-Gebirge im Dreiländereck China, Russland und Mongolei, interessieren die Fachleute schon seit Jahrzehnten. Drei Mal suchten die Archäologen auf ihrer wochenlangen Expedition vergeblich. Dann stießen die Forscher auf den mit zwölf Metern Durchmesser größten Hügel des Ausgrabungsortes - neugierig verfolgt von den Mongolen, die in der Nähe in Jurten leben.

Ausgerechnet dieses Grab war nicht geplündert und enthielt sogar noch 2.500 Jahre alte Fleischreste und Geschirr. Die Mumie, die auf dem Eis konserviert wurde, ist in einen Pelz aus Murmeltierfell und mit Filzstiefeln gekleidet. Außerdem lagen unter den Balken aus Lärchenholz noch ein Dolch und ein Bogen samt Köcher mit Pfeilen. "Ein fantastischer Fund", schwärmte Parzinger bei der Vorstellung im Auswärtigen Amt, zu dem sein Institut gehört. Das Grab war noch nicht einmal besonders schmutzig. "Man musste nur ein bisschen Staub wegkehren, dann war es fertig."

Parzinger erhofft sich nun neue Erkenntnisse zur vorchristlichen "Pazyryk"-Kultur (5. bis 3. Jahrhundert v. Chr.). Der DAI-Präsident sieht die Eismumie aber nicht ganz in einer Liga mit dem international auch als "Frozen Fritz" bekannten Mann aus den Ötztaler Alpen. "Der Ötzi ist eine andere Kategorie." Dieser ist mit 5.000 Jahren doppelt so alt und außerdem besser erhalten. Dennoch gilt die Eismumie aus der Mongolei als hochinteressant. Vielleicht finden die Forscher schon bald heraus, woran der etwa 30 bis 40 Jahre alte Mann mit dem blonden Haarschopf vor fast 2.500 Jahren gestorben ist.

Das ZDF wird in seiner Reihe "Schliemanns Erben" in allen Einzelheiten über den Sensationsfund berichten. Ein "Schliemanns Erben"-Team war während der Ausgrabungen anwesend.

Quelle: n-tv.de