Panorama

Sprengstoff in Manhattan Acht Blöcke C4 entdeckt

2ttj1655.jpg

Brisanter Fund auf dem City-Marble-Friedhof in Manhattan.

(Foto: dpa)

Mehr als ein Jahr hat militärischer Sprengstoff auf einem Friedhof in der New Yorker Innenstadt gelegen, ohne dass jemand die brisante Ware erkannte: Acht Päckchen C4-Sprengstoff, hochexplosiv, aber ohne Zünder. Experten zufolge, hätte der Sprengstoff in einem Gebäude "ein grauenhaftes Ausmaß an Schäden" anrichten können.

Auf einem New Yorker Friedhof ist eine große Menge Sprengstoff entdeckt worden. Es handele sich um acht Blöcke des häufig militärisch genutzten Sprengstoffs C4, teilte die New Yorker Polizei bei einer Pressekonferenz mit. Das explosive Material sei in einer schwarzen Plastiktüte auf dem abgelegenen kleinen City-Marble-Friedhof im East Village im Stadtteil Manhattan entdeckt worden. Einer der Blöcke war demnach in zwei Teile gebrochen. Zünder, die nötig wären, um das C4 zur Explosion zu bringen, seien keine gefunden worden.

Der gefundene Sprengstoff sei "sehr kraftvoll", sagte Polizeichef Raymond Kelly. Es sei die gleiche Art gewesen, wie sie bei den terroristischen Bombenanschlägen 2005 in London verwendet worden sei. In einem Gebäude hätten die sichergestellten C4-Blöcke "ein grauenhaftes Ausmaß an Schäden" anrichten können, fügte Kelly hinzu. Unmittelbare Gefahr für die Öffentlichkeit habe aber nicht bestanden, da keine Zündmechanismen vorhanden gewesen seien.

Sprengstoff nicht erkannt

2ttj1614.jpg

Der hochexplosive Sprengstoff wird zur weiteren Untersuchung in einen Schießstand der Polizei gebracht,

(Foto: dpa)

Der Sprengstoff soll von Spezialisten der Polizei sowie vom Geheimdienst untersucht werden. Dazu wurde das Material in einen Schießstand der Polizei im Stadtteil Bronx gebracht. Der Sprengstoff war nach Kellys Angaben in einer Schutzhülle eingepackt gewesen. Gelbe Beschriftung auf dem C4 deute darauf hin, dass es aus Militärbeständen stammte. Es könne bereits vor Jahren entwendet worden sein, Informationen zum Alter des Sprengstoffs lägen nicht vor, fügte Kelly hinzu. Es sehe allerdings so aus, als sei der Sprengstoff lange Zeit an seinem Fundort gelagert worden.

Rätselhafte Botschaften

2ttj1907.jpg8631957637885730882.jpg

Auf dem Gehweg fand die Polizei Kreide-Botschaften.

(Foto: dpa)

Den Ermittlern zufolge hatte bereits vergangenes Jahr ein Friedhofsangestellter die Sprengstofftüte gefunden. Da er nicht verstanden habe, um was es sich handele, habe er sie aber auf dem Friedhof liegen lassen. Die Polizei sei erst auf den Sprengstoff aufmerksam geworden, nachdem am Sonntag ein ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Reinigen des Friedhofs die C4-Blöcke entdeckt habe.

Kopfzerbrechen bereiteten den Ermittlern auch rätselhafte Botschaften, die in der Nähe des Sprengstoffs entdeckt worden. So sei mit Kreide auf den Gehweg geschrieben worden: "Ich hoffe wirklich, dass einer von Euch das findet." An einem Polizeiwagen sei in einem Umschlag eine Nachricht mit dem Text "Worte mit der Wirkung aufzuhören, Christus auf die zweite Straße zu setzen" und der Unterschrift "Jesus Christus" hinterlassen worden, sagte Kelly. Es sei schwer festzustellen, wann die Botschaften geschrieben worden seien. Die Polizei suche nun nach Überwachungskameras, deren Aufnahmen Hinweise auf die Herkunft des Sprengstoffs und der Botschaften geben könnten.

Quelle: n-tv.de, AFP