Panorama

Schimpansen, Gorillas, PavianeAffen sehen vorm Sex Rot

22.08.2006, 15:51 Uhr

Der Farbsinn von einigen Affenarten ist nicht etwa so gut ausgeprägt, um reife Früchte zu erkennen. Die Tiere "lesen" die Gefühlslage ihrer Artgenossen an der Gesichtsfarbe ab.

Manche Affen können laut einer Studie besonders gut Rot sehen, um Wut, Scham und andere Gefühle zu erkennen. Nicht pralle Früchte, sondern die Emotionen ihrer Artgenossen haben einigen Affen zu einem besonders ausgeprägten Farbsinn verholfen. Primaten wie Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans, Paviane und Brüllaffen sehen demnach auch deshalb besser, um sexuelle Signale ihrer äffischen Verwandten besser erkennen zu können. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Affen das Farben-Sehen zu reifen Früchten treibt.

Der Neurobiologe Mark Changizi vom "California Institute of Technology" widerspricht jedoch dieser These, indem er untersuchte, wie bei Primaten die Empfindlichkeit der Farbsinneszellen verteilt ist. Die Entdeckung: Der Farbsinn ist gar nicht auf reife Früchte optimiert, sondern auf rötliche Schattierungen, die ein Gesicht durch das darunter fließende Blut annehmen kann. Die Affen könnten so wichtige soziale Signale in den Gesichtern ihrer Artgenossen erkennen. Rötliche Schwellungen seien zudem wichtige Sexsignale.

Primaten gehören zu den wenigen Säugetieren, die Farben gut erkennen können. Ihre Netzhaut kann mit drei Farbpigmenten rote, blaue und grüne Lichtsignale auseinander halten. So genannte Tri-Chromaten können damit ein Spektrum von mehr als zwei Millionen Farbtönen unterscheiden. Die meisten Säugetiere sind als Di-Chromaten auf zwei Farbpigmente begrenzt.

Seine These belegt Changizi mit der Tatsache, dass alle Affen, die tri-chromatisch Farben sehen, keine beziehungsweise weniger Gesichtsbehaarung haben. Ihren di-chromatischen Verwandten können dagegen durch viel Fell im Gesicht schlechter Farbe erkennen.