Von Asien nach EuropaAltes Durchgangsland Anatolien
Anatolien ist seit Jahrtausenden für viele Kulturen ein Durchgangsland zwischen Asien und Europa. Der Begriff "anatole" ist abgeleitet vom altgriechischen Wort für Osten und stand in der Antike für das "Land des Sonnenaufgangs".
Anatolien ist seit Jahrtausenden für viele Kulturen ein Durchgangsland zwischen Asien und Europa. Der Begriff "anatole" (türkisch: Anadolu) ist abgeleitet vom altgriechischen Wort für Osten und stand in der Antike für das "Land des Sonnenaufgangs" oder "Morgenland". Als Begriff für den Ostteil des Osmanischen Reiches wurden Anatolien einst auch Kurdistan und Armenien zugerechnet. Heute gilt als Anatolien (Klein-Asien) der asiatische Teil der Türkei.
Das Gebiet ist knapp 756.000 Quadratkilometer groß und hat etwa 60 Millionen Einwohner. Etwa 70 Prozent sind Türken, rund 20 Prozent Kurden. Die Kernregion ist die zentralanatolische Hochebene, die im Norden durch das Pontische Gebirge und im Süden durch die Taurus-Kette begrenzt wird. Im Osten schließt sich das ostanatolische Hochland an, dessen höchster Gipfel mit 5165 Metern der Große Ararat ist. Der als besonders rückständig geltende Osten Anatoliens wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht.
Das Hochland im Zentrum Anatoliens hat ein extrem kontinentales Klima mit heißen Sommern und strengen Wintern mit klirrendem Frost um 30 Grad. Wegen geringer Niederschläge ist Landwirtschaft in dem weitgehend von Steppenvegetation bedeckten Land ohne künstliche Bewässerung kaum möglich. In den schmalen Küstenebenen, besonders am Schwarzen Meer, herrscht ein milderes Klima. An den anatolischen Küsten ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.