Panorama

Entdeckung am "Armageddon" Älteste Kirche der Welt

Bei Ausgrabungen in einem Gefängnis im Norden Israels sind die Überreste der möglicherweise ältesten Kirche der Welt gefunden worden. Die Grabungen im Megiddo-Gefängnis hätten einen Mosaikboden mit drei Inschriften in griechischer Sprache, geometrischen Verzierungen und einem kreisförmigen Symbol mit Fischen in der Mitte zu Tage gefördert, meldeten israelische Medien am Sonntag.

Das Gefängnis befindet sich nahe Tel Megiddo, das im Neuen Testament als "Armageddon", dem Schauplatz der apokalyptischen Endzeitschlacht, erwähnt wird. Die israelische Altertumsbehörde hatte kürzlich vor einer geplanten Ausweitung des Gefängnisses mit Hilfe von mehreren Dutzend Häftlingen mit den Ausgrabungen begonnen.

Jotham Tefer, der zuständige Ausgrabungsleiter von der Archäologiebehörde sagte, die Kirche stamme vermutlich aus dem Ende des 3. oder Anfang des 4. Jahrhunderts nach Beginn der modernen Zeitrechnung. Die bislang gefundenen frühesten Kirchen wie die Grabeskirche in Jerusalem und die Geburtskirche in Bethlehem stammen etwa aus dem Jahre 330. 1998 waren bei Akaba in Jordanien die Überreste einer Kirche gefunden worden, die nach Einschätzung von Archäologen ebenfalls aus dem dritten Jahrhundert stammt. Damals war der archäologische Fund im Wüstensand als vermutlich älteste Kirche der Welt gefeiert worden.

Israelische Experten gehen davon aus, dass die nun entdeckten Überreste aus dem Megiddo-Gefängnis noch vor dieser Zeit datieren. Erst nach tieferen Grabungen werde man jedoch das Alter des Mosaikbodens genau bestimmen können, hieß es am Sonntag. "Christliche religiöse Stätten aus dieser Zeit gelten in Israel als sehr seltene archäologische Funde", sagte Tefer der Zeitung "Jerusalem Post". Die Der Fund sei "einmalig" und könnte viel zum Verständnis des frühen Christentums beitragen, sagte Tefer.

Die Ausgrabungen deuteten zum Beispiel darauf hin, dass anstelle eines in anderen Kirchen üblichen Altars im Zentrum der Fundstelle nur ein einfacher Tisch stand. Professor Leah di Segni, eine Expertin von der Hebräischen Universität in Jerusalem, sagte, die Verwendung des Begriffs "Tisch" anstelle von "Altar" in einer der Inschriften könnte dramatische Auswirkungen auf die Studien frühchristlicher Rituale haben. Bislang sei man davon ausgegangen, dass Jesus Christus das Abendmahl an einem Altar gefeiert habe. Bis zum Jahre 313 war die Ausübung christlicher Rituale im Römischen Reich verboten, die frühen Christen mussten heimlich in Katakomben oder Privathäusern beten.

Quelle: n-tv.de