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Fünf Jahre nach Winnenden Amokläufer Tim K. wurde und wird geliebt

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Die Trauer sitzt tief nach dem Amoklauf in Winnenden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie müssen umziehen, das Haus verkaufen und ihren Namen ändern. Die Eltern des Amokläufers von Winnenden müssen nach der Tat ihres Sohnes flüchten. Nun äußern sie sich erstmals und geben zu, dass sie ihren Sohn noch immer lieben.

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Das Elternhaus von Tim K. in Winnenden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Eltern des Amokläufers von Winnenden, Tim K., haben  sich fünf Jahre nach der blutigen Tat mit 16 Toten erstmals in den Medien über ihren Sohn und die Familie geäußert. Sie bedauere sehr, dass ihr Sohn so viel Leid in die Welt gebracht habe, sagte Tims Mutter der "Welt am Sonntag". Warum das geschehen sei und warum sie es nicht bemerkt haben, können sich die Eltern bis heute nicht erklären.

"Den Tim, der diese Tat begangen hat, den kannte ich nicht", sagte die Mutter weiter. Sie habe ihren Sohn "schon lange vor dem 11. März 2009" verloren. Es sei "aber nicht so, dass der Amokläufer von Winnenden nie geliebt wurde und auch nicht so, dass er nicht mehr geliebt wird", betonte die 53-Jährige dem Bericht zufolge. Auf Mitgefühl hoffen die Eltern nicht. Man könne natürlich nicht erwarten, dass jemand um ihren Sohn trauere oder ihn vermisse, wird die Mutter zitiert.

Tims Urne setzten die Eltern anonym in einem Friedwald viele Kilometer von Winnenden bei: "Die Polizei warnte vor einem Begräbnis, man könne nicht für die Sicherheit der Beerdigungsteilnehmer garantieren, und man könne auch nicht garantieren, dass niemand das Grab schänden wird", sagte der 55-jährige Jörg Kretschmer.

Eltern mussten flüchten

Die Eltern haben nach der Tat ihren Namen geändert. Die  Tochter wurde auf Schulen nach Frankreich und später nach Australien geschickt. Inzwischen studiere sie in Deutschland, auch unter einem anderen Namen, erzählte der Vater. Er hatte nach der Tat das Familienhaus verkauft. Einer der Kaufinteressenten habe "ein Amok-Museum daraus machen" wollen. Daraufhin habe er lieber einen anderen Käufer gesucht.

Der damals 17-jährige Tim hatte am 11. März 2009 in der Albertville-Realschule in Winnenden und Umgebung mit der Pistole seines Vaters 15 Menschen erschossen und anschließend sich selbst getötet. Der Vater war später zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden, weil er die Waffe nicht ordnungsgemäß weggesperrt hatte.

Quelle: n-tv.de, jze/AFP/dpa

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