Panorama

Neues Gewaltvideo aus U-Bahn "Bandido" rettet zweiten Maler

Die Polizei macht den Berliner U-Bahn-Retter ausfindig. Dabei handelt es sich um ein Mitglied der Bandidos. Der Rocker soll mit einer Machete bewaffnet die Angreifer der beiden Handwerker in die Flucht geschlagen haben. Eine Befragung des Bandidos bleibt bislang ohne Erfolg. Zu deren Kodex soll es gehören, nicht mit der Polizei zusammenzuarbeiten.

Mehr als eine Woche nach dem versuchten Raubmord an zwei Handwerkern in Berlin-Lichtenberg hat die Polizei einen Rocker ausfindig gemacht, der eines der Opfer rettete. Der Mann soll zu den "Bandidos" gehören. Die Polizei habe ihn bisher noch nicht befragt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zum Kodex der häufig kriminellen Rockerbanden gehört es allerdings, nicht mit der Polizei zusammenzuarbeiten.

Der zweite Handwerker hatte ausgesagt, ein mit einer Machete bewaffneter Rocker habe die brutalen Jugendlichen vertrieben. Der lebensgefährlich verletzte Kollege des Malers liegt noch im künstlichen Koma. "Sein Zustand ist unverändert und weiter kritisch", sagte ein Sprecher des Unfallkrankenhauses Berlin. Die vier Schläger - drei 17-Jährige und ein 14-Jähriger - sitzen in Untersuchungshaft.

Weitere Täter gesucht

2wb63328.jpg4376813484391423152.jpg

Dieser Mann wird verdächtigt, gemeinsam mit anderen Tätern auf dem U-Bahnhof Hansaplatz einen Mann zusammengeschlagen zu haben.

(Foto: dpa)

Unterdessen zeigt ein weiterer Film aus Berliner Überwachungskameras, wie Jugendliche in einem U-Bahnhof einen Mann zusammenschlagen. Mit den Aufnahmen sucht die Polizei die Täter des Überfalls vom Sonntagabend. Fünf bis sechs Jugendliche hatten einen 45 Jahre alten Obdachlosen gegen 20.20 Uhr auf dem U-Bahnhof Hansaplatz in Tiergarten überfallen. Zu sehen ist, wie die jungen Männer den Mann angreifen, ihn schlagen und gegen die Beine treten, bis er zusammenbricht. Dann treten sie weiter auf den liegenden Mann ein. Der Obdachlose erlitt einen Nasenbeinbruch und Prellungen.

Streit um Pfeiffer-Aussagen

Der Kriminologe Christian Pfeiffer kritisierte die Berliner Polizei massiv und warf ihr im RBB-Inforadio vor, die Gewaltkriminalität in der Hauptstadt zu verharmlosen. "So was wäre, wenn es in irgendeiner anderen Großstadt passiert wäre, bis in die Tagesschau gekommen. Weil das eine exzessive Brutalität ist, die sich dort abgespielt hat. Die Polizei sagt, das ist alltäglich, da müssten wir viel melden. Dieses Herunterspielen ist für mich nicht akzeptabel."

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärte, die Polizei verdiene für die schnellen Festnahmen Lob. "Wir schulden ihr Dank und nicht pauschale, besserwisserisch klingende Kritik." Polizeipräsident Dieter Glietsch sagte, eine solch unqualifizierte Kritik habe er noch nie von einem Wissenschaftler gehört.

Quelle: ntv.de, dpa