Behörden geben EntwarnungBombe in Viersen gesprengt
In der Innenstadt von Viersen klafft ein metertiefer Krater. In der Nacht war eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Der Säurezünder hatte den Abtransport der Bombe oder die Entschärfung am Fundort unmöglich gemacht.
Nach der im Zentrum von Viersen haben die Behörden teilweise Entwarnung geben können. Alle Wohnungen seien weiterhin bewohnbar, niemand sei obdachlos geworden, sagten Sprecher von Stadt und Feuerwehr. Das Wichtigste sei aber, dass niemand verletzt worden sei.
Allerdings müssen Gebäudeteile von zwei Häusern einer Ladenpassage abgerissen werden. Der Gesamtschaden sei weiterhin nicht bezifferbar. Die Fernzündung der gefährlichen Bombe an Ort und Stelle sei unumgänglich gewesen. Sie sei baugleich mit der Bombe gewesen, die Ende August in München großen Schaden angerichtet hatte. Auch dort machte die Explosion mehrere Häuser unbewohnbar. Die Feuerwehr musste nach der Sprengung etliche Brände löschen, viele Scheiben gingen zu Bruch.
Wegen der Fünf-Zentner-Bombe mit Säurezünder aus dem Zweiten Weltkrieg waren in Viersen rund 8000 Bewohner im Umkreis des Fundorts seit Montagnachmittag in Sicherheit gebracht worden. Etwa 900 Rettungskräfte waren im Einsatz. Verletzt wurde niemand.
In der Viersener Fußgängerzone klaffte nach der Sprengung ein metertiefer Krater. Schaufensterscheiben wurden aus den Rahmen gedrückt. Die Fassaden der umliegenden Häuser waren voller Dreck bis hoch aufs Dach, etliche Dachziegeln und Fensterscheiben lagen zertrümmert auf dem Boden.
Entschärfung war nicht möglich
In Viersen hatte der Säurezünder den Abtransport der Bombe oder die Entschärfung am Fundort nach Einschätzung von Experten unmöglich gemacht. "Schäden waren nicht zu vermeiden", sagt Sprengleiter Dieter Daenecke. Die sogenannte kontrollierte Explosion der Bombe am Fundort sei unvermeidlich gewesen.
Bauarbeiter hätten die Bombe relativ stark bewegt. Der Sprengkörper rutschte in eine Grube, als die Arbeiter auf den Blindgänger stießen. "Daher mussten wir davon ausgehen, dass der Langzeitzünder in Gang gesetzt wurde", sagte Daenecke. Deshalb sei die Evakuierung dringend notwendig gewesen.
Zugleich wurde im Hamburger Binnenhafen ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Ein Bagger hob die 500 Pfund schwere Fliegerbombe aus dem Wasser vor der Speicherstadt und legte sie auf einer Schute ab. Dort konnte der Sprengmeister am späten Abend den Aufschlagzünder herausdrehen. Zuvor waren die Gebäude im Umkreis von 300 Metern evakuiert worden, sagte ein Polizeisprecher.
