Panorama

Keine Wahl beim Vakzin Brasilien kämpft gegen "Impf-Feinschmecker"

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Demonstranten fordern mehr Impfungen - am liebsten von Biontech..

(Foto: dpa)

Der Impfstoff von Biontech ist in Brasilien beliebt - so beliebt, dass Menschen ihre Impfung aussitzen, bis sie an das Wunsch-Vakzin kommen. Die Regierung will diese "Impf-Feinschmecker" bestrafen. Problem dabei: Kontrollieren lässt sich das nicht wirklich.

Die brasilianische Metropole São Paulo will mit einem Gesetz verhindern, dass sich Menschen den Corona-Impfstoff für die eigene Immunisierung selbst aussuchen. Demnach rutschen die in Brasilien als "Impf-Feinschmecker" bezeichneten Menschen an das Ende des Impfkalenders, wenn sie erwischt werden. "Derjenige, der wegen Verweigerung der verfügbaren Impfung aus dem Impfplan gestrichen wurde, wird wieder in den Plan aufgenommen, nachdem die Impfung der anderen zuvor festgelegten Gruppen abgeschlossen ist", hieß es in einer Mitteilung im Amtsblatt der Stadt.

Wie das Gesetz gegen die "sommeliers de vacina" konkret durchgesetzt werden soll, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Kontrollen dürften schwierig werden: Meistens erkundigen sich die Menschen gleich bei der Ankunft an einer Impfstation und noch vor der Anmeldung, welcher Impfstoff dort verabreicht wird. Als besonders beliebt gilt das Präparat von Biontech/Pfizer.

Bislang wurden in Brasilien mit seinen 210 Millionen Einwohnern fast 20 Millionen Corona-Infektionen gezählt, mehr als 550.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - mehr Tote gibt es nur in den USA. Seit Beginn der landesweiten Impfkampagne im Januar sind mehr als 130 Millionen Impfstoffdosen verabreicht worden. Etwa 40 Prozent der erwachsenen Brasilianer haben eine erste Dosis bekommen, rund 17 Prozent sind vollständig geimpft.

Bolsonaros Politik wird zur Zielscheibe

Das größte Land Lateinamerikas gehört aber noch zu den Brennpunkten der Pandemie. Immer mehr Menschen sind mit dem Krisenmanagement der rechten Regierung unzufrieden: Demonstranten fordern mehr Impfungen und würden den Impfskeptiker und Präsident Jair Bolsonaro am liebsten aus dem Amt jagen.

Bei Demonstrationen im ganzen Land forderten Tausende Brasilianer ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bolsonaro, mehr Impfungen gegen das Coronavirus und wirtschaftliche Hilfen in der Pandemie, wie das Nachrichtenportal "G1" berichtete. Zu Protesten kam es in mindestens 27 Provinzhauptstädten, darunter Rio de Janeiro, São Paulo, Recife und Salvador sowie in der Hauptstadt Brasília. Nach Protesten im Januar, Mai, Juni und Anfang Juli war dies bereits das fünfte Mal, dass die Menschen im ganzen Land gegen Bolsonaro auf die Straßen gingen. Zu den Demonstrationen hatten Gewerkschaften und linke Gruppen aufgerufen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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