Tragik ohne EndeCantats Ex-Frau erhängt sich
Die Ex-Frau, die die ganze Zeit zu ihrem Mann gehalten hat, während der vor Gericht saß, weil er seine Geliebte erschlagen hatte, ist nun auch tot. Kristina Rady, Mutter zweier Kinder, hat sich das Leben genommen.
Sechseinhalb Jahre nach dem tödlichen Beziehungsdrama um den französischen Rocksänger Bertrand Cantat hat sich dessen Ex-Frau Kristina Rady das Leben genommen. Wie die Staatsanwaltschaft in Bordeaux mitteilte, starb die Mutter der beiden Kinder von Cantat am Sonntag in ihrer Wohnung in der südwestfranzösischen Stadt. Wie aus Polizeikreisen verlautete, hat sich die 42-Jährige erhängt.
Der Sänger der Gruppe Noir Désir war im März 2004 in Litauen zu acht Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er dort seine Freundin, die Schauspielerin Marie Trintignant, erschlagen hatte.
Cantat und Rady, eine aus Ungarn stammende Dolmetscherin, hatten sich 1993 in Budapest kennengelernt, 1997 wurde ihr Sohn geboren und die beiden heirateten. Kurz nach der Geburt der Tochter 2002 verließ Cantat seine Frau, nachdem er Trintignant kennengelernt hatte.
Im Juli 2003 kam es zu einem nächtlichen Streit in einem Hotelzimmer in Vilnius, wobei Cantat seine Freundin mit Schlägen tödlich verletzte. Er wurde dafür wegen Totschlags von einem Strafgericht in der litauischen Hauptstadt zu acht Jahren Haft verurteilt.
Zur Verbüßung der Strafe wurde Cantat später nach Frankreich überstellt, im Oktober 2007 kam er wegen guter Führung aus dem Gefängnis frei. Der Fall hatte nicht nur in Frankreich hohe Wellen geschlagen und eine breite Debatte um Gewalt in Ehen und anderen Lebensgemeinschaften ausgelöst. Rady hatte ihrem Ex-Mann in der schweren Zeit stets beigestanden und vor Gericht ausgesagt, dass er in ihrer Ehe nie gewalttätig gewesen sei.