Panorama

Wissenschaftler in Haiti sicherCholera wurde eingeschleppt

29.11.2010, 12:29 Uhr

Der Ausbruch der Cholera im erdbebengeschädigten Haiti ist eine Katastrophe für das Land. Die Klärung der Frage, woher der Erreger stammt, wird bei der Bekämpfung der Seuche kaum helfen. Doch für die Präsenz der Blauhelme kann die Antwort erheblich sein.

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Die Blauhelme sicherten auch die Wahlen. (Foto: REUTERS)

Die Cholera, an der in Haiti bereits mehr als 1600 Menschen gestorben sind, ist einem französischen Seuchenexperten zufolge in den Karibikstaat eingeschleppt worden. "Die Epidemie kann nicht lokalen Ursprungs sein", sagte Frankreichs führender Experte Renaud Piarroux der Nachrichtenagentur AFP nach seiner Rückkehr aus Haiti. Die Epidemie sei im Landesinnern ausgebrochen, nicht an der Küste und auch nicht in den Lagern der Erdbebenopfer. "Das heißt, der Erreger kam von außen."

Den haitianischen Behörden zufolge traten die erste Cholera-Fälle im Oktober entlang des Artibonite-Flusses im Zentrum des Landes aus. Weiter flussaufwärts liegt ein Stützpunkt nepalesischer UN-Blauhelme. Gerüchte, wonach der Erreger von den nepalesischen Soldaten stammte, hatten i gegen Vertreter der UN-Friedensmission MINUSTAH geführt, dabei starben mindestens drei Menschen. Missions-Chef Edmond Mulet wies die Vorwürfe zurück: Keiner der getesteten Blauhelme habe das Virus, auch alle Stichproben im nepalesischen Lager seien negativ.

Bereits mehr als 70.000 Haitianer sind an der Cholera erkrankt, nach Einschätzung von Piarroux könnte ihre Zahl auf 200.000 steigen. Cholera ist hochansteckend. Sie verbreitet sich vor allem über Wasser und Nahrung, verursacht heftigen Durchfall und Erbrechen und kann innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Quelle: AFP