Panorama

Stromausfall, Schnee, Hochwasser "Daisy" legt Norden lahm

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Auf der A20 zwischen Gützkow und Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern): Bei eisigen Temperaturen harrten in der Nacht fast 300 Menschen in Autos und Lastwagen zwischen Gützkow und Jarmen auf der blockierten Autobahn A 20 aus.

(Foto: dpa)

Eisiger Sturm, Schneeverwehungen und Sturmfluten: Tief "Daisy" sorgt im gesamten Norden für chaotische Verhältnisse. In Schleswig-Holstein sind etliche Dörfer von der Außenwelt abgeschlossen. Das Tief beschert allen Schülern in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Teilen Schleswig- Holsteins und Niedersachsens am Montag einen schulfreien Tag.

Die Gefahr von Deichdurchbrüchen an der Ostseeküste ist nach Angaben der Behörden vorerst gebannt. Auf der Insel Fehmarn gelang es den Einsatzkräften, eine kritische Stelle mit großen und kleinen Sandsäcken zu verstärken. "Wir gehen davon aus, dass das hält", sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter im NDR. Auch ein Deichabschnitt bei Lübeck, in dem Risse aufgetreten waren, konnte nach Angaben der Einsatzleitstelle Eutin mit Steinen stabilisiert werden.

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Die Bundestraße B 96.

(Foto: dpa)

Auf Fehmarn waren am Abend aber immer noch etwa die Hälfte der Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Das Schlimmste sei noch nicht überstanden, sagte Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt. Die Ostsee-Autobahn A20 blieb weiterhin in mehreren Bereichen wegen Schneeverwehungen gesperrt.

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Die Fleete in der Hamburger Speicherstadt sind mit Eis und Schnee bedeckt.

(Foto: dpa)


In Mecklenburg-Vorpommern wurde nach 30 Zentimetern Neuschnee im Landkreis Ostvorpommern Katastrophenalarm ausgerufen. Zuvor hieß es, das ganze Land sei von der Maßnahme betroffen. Auf der Autobahn 20 saßen Autofahrer stundenlang im Schnee fest und mussten mittels Tiefladern befreit werden, weil auch normale Räumfahrzeuge nicht mehr vorankamen. Für Montag kündigte die Landesregierung schulfrei an. Auch der Bahnverkehr kam im ganzen Norden weitgehend zum Erliegen. Hunderte Züge vielen aus.

"Bob" trifft "Daisy"

Dagegen blieb das übrige Deutschland am Wochenende von dem seit Tagen befürchteten Schneechaos weitgehend verschont. Das Tief "Daisy" sorgte im Süden und im mittleren Deutschland dennoch für zahlreiche Behinderungen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt fiel am Samstag nach Angaben eines Sprechers jeder fünfte Flug aus. Am Sonntag entspannte sich die Lage.


Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes traf das von Süden her über Deutschland ziehende schneehaltige Tief "Daisy" im Norden mit dem Hoch "Bob" aus Skandinavien zusammen. Dies werde auch in den kommenden Tagen weiterhin für frostige Temperaturen sorgen und Deutschland fest im Griff behalten.

Züge und Autos im Schnee

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Viele Züge kommen bei dem Schnee nicht weiter.

(Foto: dpa)

Nach Angaben der Deutschen Bahn waren vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Regionalbahn-Linien wegen Schneeverwehungen eingestellt. Drei Personenzüge hatten sich in Mecklenburg-Vorpommern im Schnee festgefahren. Alle Passagiere waren aber in Sicherheit gebracht worden.


Auch weite Teile der Autobahn A20 in Mecklenburg-Vorpommern waren noch am Mittag lahmgelegt, weil sie Fahrzeuge quer gestellt hatten. Insgesamt steckten mehrere hundert Autos im Schnee fest. Bis zum Mittag konnten Rettungskräfte einige hundert Insassen aus den Fahrzeugen holen.


In mehreren Landkreisen seien die Bürgermeister angewiesen worden, ihre Gemeinden abzuriegeln und die Einwohner daran zu hindern, auf die Autobahn zu fahren, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion in Rostock.

Entspannung im Bahnverkehr


Autofahrer verhielten sich allerdings sehr vorsichtig. Im Bahn-Fernverkehr waren nach Angaben des Bahnsprechers jedoch nahezu alle Hauptlinien frei. Die Lage sei bundesweit deutlich entspannter als am Vortag. Am Samstag hatten Bahnreisende zum Teil Stunden auf ihre Züge warten müssen, wenn sie überhaupt fuhren.


Entspannung meldeten auch die deutschen Flughäfen. Auf dem größten deutschen Airport in Frankfurt wurden nach Angaben eines Sprechers knapp 100 der geplanten 1180 Flüge annulliert. Am Vortag waren 255 Flüge gestrichen worden. Die anderen deutschen Flughäfen meldeten weitgehend normalen Verkehr. Ausfälle gab es zumeist bei Flügen aus Frankreich oder Großbritannien.

Quelle: n-tv.de, dsi/rts/dpa

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