Panorama

Fall KalinkaDeutscher in Paris vor Gericht

29.03.2011, 11:20 Uhr
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In Kürze wird das Urteil über den deutschen Arzt gesprochen. (Foto: dpa)

Der Fall beschäftigt schon seit Jahrzehnten die Justiz: Nun steht in Frankreich ein deutscher Arzt vor Gericht, weil er angeblich seine Stieftochter 1982 missbraucht und ermordet haben soll. Pikanterweise hatte der richtige Vater den Verdächtigen auf eigene Faust nach Frankreich verschleppt.

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Kalinka, eine Französin polnischer Abstammung, starb 1982 im Haus ihrer Mutter und ihres Stiefvaters im Alter von 14 Jahren unter unklaren Umständen. (Foto: dpa)

Anderthalb Jahre nach seiner Entführung aus Süddeutschland steht der deutsche Mediziner Dieter K. seit Dienstag in Paris vor Gericht. Der 75-Jährige muss sich vor einem Schwurgericht verantworten, weil er vor fast 30 Jahren seine Stieftochter Kalinka getötet haben soll. "Es ist unerträglich für Herrn K., verurteilt zu werden, aber dieses Mal kommt er nicht davon", sagte einer der Anwälte von Kalinkas leiblichem Vater André Bamberski unmittelbar vor dem Prozessauftakt im Pariser Justizpalast. Einer der Anwälte des Angeklagten kündigte an: "Wir sind hier, um zu kämpfen und wir kämpfen bis zum Schluss".

Bamberski hatte sich fast 30 Jahre lang dafür eingesetzt, dass K. vor Gericht gestellt wird. Der Franzose wirft dem früheren Kardiologen vor, Kalinka im Sommer 1982 am Bodensee missbraucht und durch eine Spritze getötet zu haben. Die deutsche Justiz hatte ihre Ermittlungen gegen den Arzt 1987 ohne Anklageerhebung abgeschlossen. Ein französisches Gericht verurteilte K. 1995 in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis.

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Kalinkas Vater Andre Bamberski (l) bei seiner Ankunft im Gericht. (Foto: Reuters)

Um K., der von Deutschland nicht ausgeliefert wurde, doch noch vor Gericht zu bringen, ließ Bamberski den Mann nach Frankreich entführen. Der Angeklagte, der bei der Entführung verletzt wurde, kam mit Krücken auf die Anklagebank. Der Prozess soll bis Freitag kommender Woche dauern.

Quelle: AFP