Auf die OhrenDruckausgleich beim Fliegen
Viele Menschen haben beim Fliegen, insbesondere bei Start und Landung, Probleme mit dem Druckausgleich.
Viele Menschen haben beim Fliegen, insbesondere bei Start und Landung, Probleme mit dem Druckausgleich.
Start
Mit dem Flug ändern sich die Luftdruckbedingungen und nach den physikalischen Gesetzen dehnen sich Gase mit der Höhe aus. Sowohl das Mittelohr, aber auch der Darm und die Nebenhöhlen sind mit Luft gefüllt, und beim Aufstieg dehnt sich das Gas darin aus. Der Luftdruck in der Kabine fällt allmählich. (Nur während der Reisehöhe wird der Druck konstant gehalten, wie in 2.500 Metern Höhe.) Beim Start fällt der Druck in der Kabine, die Luft im Mittelohr dehnt sich aus und drückt das Trommelfell nach außen. Der Druckausgleich ist dann aber leicht, denn der Druck im Mittelohr ist höher als in der Flugzeugkabine. Die Luft entweicht schon bei Schluck- oder Kaubewegungen durch die Ohrtrompete. Ein kleiner Verbindungsgang vom Mittelohr (Ohrtrompete/Tube) zum Nasenrachenraum ermöglicht den so genannten Druckausgleich. Ein kleiner Schlauch, dessen Wände schlaff aufeinander liegen, wird erst geöffnet, wenn man kaut, schluckt, den Kiefer bewegt oder in die zugehaltene Nase pustet. Dies klappt in aller Regel beim Aufstieg problemlos, kann aber beim Abstieg problematischer sein.
Landung
Beim Abstieg reagieren die Gase und der Luftdruck umgekehrt. Der Luftdruck in der Kabine wird wieder höher (gleicht sich dem Boden an). Der Druck im Mittelohr ist aber noch auf dem niedrigen Niveau. Der zunehmende Luftdruck in der Flugzeugkabine presst jetzt das Trommelfell nach innen und gleichzeitig die Ohrtrompete fest zusammen. Damit wird auch das Volumen der Gase geringer- D.h., es muss zusätzlich Luft vom Nasenrachenraum ins Mittelohr hineinkommen. Dieser Weg geht von Natur aus schwieriger als der umgekehrte Weg beim Aufstieg.
Gelingt der Druckausgleich nicht, kommt es in der Regel zu Ohrenschmerzen. Deshalb müssen die meisten beim Abstieg Druckausgleichübungen durchführen, d.h. Gähnen, Schlucken, Kaugummi kauen, Bonbons lutschen oder die Nase zuhalten, dagegen pressen und schlucken. Kinder z.B., die beim Starten/Landen anfangen zu weinen, machen nichts anderes, als unbewusst den Druckausgleich herbeizuführen. Mit dem Schlucken und den Bewegungen der Kiefer beim Schreien und Schniefen wird die Ohrtrompete geöffnet.
Kinder
Ältere Kinder, bei denen nicht die Gefahr besteht, sich zu verschlucken, dürfen Kaugummi kauen oder Bonbons lutschen. Kleinere Kinder sollten am Schnuller saugen oder trinken. Schläft das Kind vor der Landung, unbedingt wecken, denn der Druckausgleich erfolgt im Schlaf nicht von allein.
Erkältung
Kurz vor der Reise erkältet: ca. 30 Minuten vor Start und Landung abschwellende Nasentropfen oder Spray geben. Häufigere Probleme beim Fliegen unbedingt Abklärung durch den HNO-Facharzt, ob nicht z.B. Adenoide, Polypen, Allergie (Heuschnupfen) –Verschwellung- , Nasenatmungsbehinderung, chronische Sinusitis vorliegen.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen bei Nichtfunktionieren des Druckausgleichs: Druckgefühl und Ohrenschmerzen, Tinnitus, Schalleilungsschwerhörigkeit, Schwindel, Extremfall – Ruptur der runden Fenstermembran mit möglicher Innenohrschwerhörigkeit und Taubheit.
Therapie
Akut: abschwellende Nasentropfen/Spray, Valsalva-Versuch, bei Komplikationen oder Verschlechterung sofortige HNO-Fachärztliche Abklärung ggf. Paracentese oder Infusion oder OP (bei Ruptur).