Der perfekte Butler aus den Wallace-FilmenEddi Arent ist tot

Ohne ihn hätte den Edgar-Wallace-Filmen das entscheidende i-Tüpfelchen gefehlt. Am Ende seines Lebens zieht sich Eddi Arent komplett aus der Öffentlichkeit zurück, erkrankt an Demenz. Nun ist er gestorben.
Der Schauspieler Eddi Arent ist tot. Arent sei Anfang der Woche beigesetzt worden, sagte die Bürgermeisterin von Oberschleißheim, Elisabeth Ziegler. Nach Angaben seiner Familie starb er bereits am 28. Mai im Alter von 88 Jahren in München.
Das Leben war für Arent nicht immer einfach. 1925 wurde er in Danzig (Gdansk) geboren. Sein Vater war Betriebsleiter in einem Wasserwerk und schickte den Sohn auf ein humanistisches Gymnasium. Zeit für die große Freiheit war nach dem Abitur jedoch nicht. Arent wurde zum Kriegsdienst einberufen. Von diesen Erfahrungen und vom kargen Leben der Nachkriegszeit ließ er sich indes nicht unterkriegen - im Gegenteil. Während Arent vor den Geschäften in langen Schlangen für Lebensmittel anstand, soll er seine Mitwartenden durch allerlei Späße aufgeheitert haben. Dabei - so wird berichtet - habe er sein komisches Talent entdeckt.
Über 100 Filme
Diese Begabung setzte er geschickt ein, erst mit dem Kabarett "Der Widerspiegel", später an der Münchner Kleinkunstbühne "Die Zwiebel" oder in den Sketchserien "Harald und Eddi" und "Es ist angerichtet". George Tabori holte ihn 1997 für seinen Film "Mutters Courage". Die Regisseure drehten gerne mit ihm, nicht zuletzt, weil er uneitel war und sich nicht in den Vordergrund drängte. Stattdessen arbeitete er fleißig und effizient. "Drehe sparend, dreh mit Arent", so ein geflügeltes Wort unter Filmemachern.
Arent wurde mit Edgar-Wallace-Filmen und Karl-May-Verfilmungen bekannt. Insgesamt spielte er in 104 Filmen mit. Berühmt sind auch seine Auftritte an der Seite von Harald Juhnke in der Comedyserie ‘Harald und Eddi’, die mit 24 Folgen von 1987 bis 1989 entstanden. Das letzte Mal stand Eddie Arent im Jahr 2000 für den Film "Manila" vor der Kamera.
Pleite mit Hotel
Neben der Schauspielerei war Arent allerdings noch anderweitig tätig. Ab Anfang der 1990er Jahre besaß er mit seiner Frau ein Hotel in Neustadt am Titisee. Zwölf Jahre ging alles gut, bis 2005 die Pleite kam: Arent musste den Neustädter Hof schließen und in die Zwangsversteigerung geben. Ein herber Schlag für das Ehepaar. Arent zog sich zurück, erst recht nach dem Tod seiner Ehefrau, mit der er einige Jahre in einem Seniorenwohnheim in der Oberpfalz gelebt hatte.
Nach dem Tod seiner Frau Ende 2012 ging es Arent gesundheitlich immer schlechter. Er zog zu seinem Sohn nach München. Aus der Öffentlichkeit hatte sich Arent in den vergangenen Jahren komplett zurückgezogen. Ein früherer Pfleger berichtete einer Illustrierten, Arent leide an Demenz und Depressionen.