Panorama

"Schlangenmädchen" flüchtet Ehepaar misshandelt 13-Jährige

In Mainz ist ein schwer misshandeltes Mädchen gefunden worden, das offenbar von einem Ehepaar mit Gewalt zu einem artistischen "Schlangenmädchen" geformt werden sollte. Die völlig entkräftete 13-Jährige wurde nahe einer Kirche in Mainz gefunden, nachdem ihr am Tag zuvor die Flucht aus dem Haus ihrer Peiniger im nahen Ingelheim gelungen war. Sie sei mit zahlreichen Verletzungen am gesamten Körper in die Uniklinik Mainz eingeliefert worden.

Die Verletzungsmuster deuteten den Ermittlungsbehörden zufolge auf schwere und wiederholte Misshandlungen hin. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass es sich bei der 13-Jährigen um ein Mädchen mongolischer Abstammung handelt, das bei einem in Ingelheim lebenden Ehepaar gewohnt hatte. Es bestehe der Verdacht, dass das Mädchen im Zuge einer "artistischen Ausbildung" zum Schlangenmädchen zunehmend misshandelt worden sei, wenn es die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt habe. Die Misshandlungen, die seit März mit Hausarrest einhergingen, sollen sich bis hin zu Schlägen mit Bambusstöcken erstreckt haben. Dabei sei das Mädchen mitunter auch gefesselt worden.

Am 11. Juli 2007 gelang dem Mädchen demnach die Flucht. Es schleppte sich durch die Felder bis nach Mainz, wo es entkräftet zusammenbrach und von Anwohnern gefunden wurde. Das Ehepaar wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 43-jährigen Deutschen und eine 36-jährige mongolische Staatsangehörige, die sich bereits mehrere Jahre in Deutschland aufhält. Gegen beide erging Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener in mindestens 15 Einzelfällen. Die 13-Jährige und eine weitere Minderjährige, die sich im Haushalt der Eheleute aufhielt, werden vom zuständigen Jugendamt betreut.

Quelle: ntv.de