Panorama

Sex aus der "Vögel"-Perspektive Ein Porno, der keiner ist

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Ein Screenshot aus dem Trailer zum Film: Viel Landschaft, wenig Sex.

(Foto: Ghost+Cow)

Es war nur ein Frage der Zeit, wann die ersten Drohnen auf Abwege geraten würden. "Drone Boning" zeigt Paare beim Sex aus der Vogelperspektive. Doch nicht Porno-Konsumenten, sondern Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten.

"Drone Boning", also auf Deutsch in etwa "Drohnen-Geficke", heißt der weltweit erste Pornostreifen, der mit Flugdrohnen gedreht wurde. Allerdings – und das gleich vorweg – handelt es sich bei dem umstrittenen Projekt der Brooklyner Filmfirma "Ghost+Cow" nicht um einen Porno im herkömmlichen Sinne. Vielmehr wollen die Filmemacher in dem dreieinhalbminütigen Clip auf die lauernde Überwachungsgefahr von oben aufmerksam machen. Was, wenn wir jederzeit und überall gefilmt werden können - sogar beim Sex?

Diese Sorge ist der Ausgangspunkt von "Drone Boning", der wesentlich ästhetischer daherkommt, als seine am Boden gefilmten durchschnittlichen Genre-Kollegen. Zunächst ging es schlicht darum, das Feld zwischen Drohnen-Voyeurismus und -Krieg zu erkunden, erklären die Filmemacher: "Wir wollten die Diskurse um Privatsphäre und Drohnenangriffe aufgreifen - nach dem Motto: Make Porn, not War", sagt Brandon La Ganke dem Online-Magazin "Vice".

Und so stechen zunächst auch eher die blühenden Landschaften als die kopulierenden Darsteller ins Auge. Die Drohnen fliegen über saftige Weinberge, herrliche Steilküsten, malerische Sandbuchten, über begrünte Hausdächer und Farmen, endlose Wiesen und Wälder. Und die Porno-Darsteller sind durch die Vogel-Perspektive so winzig, dass man sie auf geradezu suchen muss.

"Eine allwissende Betrachtungsweise"

Doch wenn auch nur in Ameisengröße, so geht es in dem "Vögel"-Perspektiven-Porno doch ziemlich vielseitig zu. Der Clip zeigt Heterosexuelle, Schwule und Lesben beim Akt am Strand, in den Bergen, auf dem Auto und an anderen Orten.

Dass es den Machern nur um "den künstlerischen Wert der Drohnen-Perspektive" ging, stellt auch der zweite Kreativkopf der Brooklyner Filmfirma klar: "Es ist eine allwissende Betrachtungsweise", so John Carlucci. Sie hätten die Aufnahmen an Orten gemacht, an denen man vom Boden aus nicht viel hätte sehen können. "Wenn man dann aber eine Drohne aufsteigen lässt, sieht man, was abgeht", so Carlucci.

Allerdings dürfte "Drone Boning" in der Pornoindustrie kaum Schule machen. "Ich würde nie einen richtigen Porno auf diese Weise drehen", gesteht John Carlucci. "Wenn man sich beim Zugucken keinen runterholen kann, ist es auch kein guter Pornofilm."

Quelle: n-tv.de, dsi

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