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Mordfall Visser Ermittler vermuten Streit um Geld

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Gerichtsmediziner untersuchen den Fundort der Leichen.

picture alliance / dpa

Beim Mord an der früheren niederländischen Volleyball-Nationalspielerin Visser und ihrem Lebensgefährten könnte es möglicherweise um Geld gegangen sein. Medienberichten zufolge hatte Visser noch Honoraransprüche an ihren früheren Verein in Murcia. Doch der soll durch die Finanzkrise finanziell in der Klemme stecken.

Nach Recherchen der spanischen Tageszeitung "El Pais" handelt es sich um den im Mordfall Ingrid Visser festgenommenen Spanier um den ehemaligen Volleyballmanager und Sportdirektor von CAV Murcia 2005, Juan Cuenca Lorente. Die niederländische Volleyball-Rekordnationalspielerin Visser spielte von 2009 bis 2011 für Murcia.

Der 36 Jahre alte Cuenca Lorente war auch für die Klubfinanzen zuständig. Visser und ihr Lebensgefährte Lodewijk Severein waren von der Polizei in Alquerias in der Nähe von Murcia tot aufgefunden worden. Niederländische Zeitungen hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass Visser vermutlich noch Honoraransprüche an CAV Murcia hatte.

Geldsorgen bei Verein und Spielerinnen

"El Pais" berichtet, dass der Verein durch die Finanzkrise in Spanien zahlungsunfähig geworden sei. Mehrere Spielerinnen hätten ihr Gehalt noch nicht bekommen. Die Polizei erklärte, dass es noch nicht deutlich sei, ob der Doppelmord in diesem Zusammenhang stehe.

Hauptsponsor von CAV Murcia war ein lokaler Immobilienunternehmer. Auch Severein unterhielt Geschäftsbeziehungen in der Region. Severein, ebenfalls ein ehemaliger Volleyballspieler und -trainer, war von 2006 bis 2009 Manager der niederländischen Volleyballerinnen.

Gräber in Zitronenplantage

Die Toten waren nach Informationen der spanischen Nachrichtenagentur EFE auf einer Zitronenplantage vergraben worden. Die Polizei teilte mit, dass sie im Zusammenhang mit der Tat bereits am Samstag in Valencia drei verdächtige Personen festgenommen hatte, von denen einer die Ermittler zum Fundort führte. Die Tatverdächtigen, ein Spanier und zwei Rumänen, sollen Verbindungen zur organisierten Kriminalität haben.

Die Polizei vermutet, dass ein Streit zu der schrecklichen Tat geführt habe. Das Paar soll in einer Wohnung in Molina de Segura umgebracht worden sein. Dort habe es am Abend des 13. Mai einige Zeit mit den mutmasslichen Tätern verbracht. In der Wohnung wurden Spuren gefunden, die auf ein Gewaltverbrechen hinweisen.

Die 513-malige ehemalige Oranje-Spielführerin war mit ihrem Lebensgefährten Severein vor 14 Tagen nach Murcia geflogen, um dort eine Fruchtbarkeitsklinik aufzusuchen. Nachdem das Paar Absprachen nicht nachkam und auch telefonisch nicht erreichbar war, hatte die Familie vor neun Tagen die Polizei eingeschaltet und auch in Spanien eine Suchaktion gestartet.

In der vergangenen Woche hatte die Polizei das Mietauto des Paares ordentlich geparkt in einer Hauptstraße von Murcia gefunden. Überwachungskameras zeigten, dass Visser und Severein es selbst dort abgestellt hatten. Der niederländische Volleyball-Verband Nevobo reagierte fassungslos auf die Nachrichten aus Spanien. "Ingrid war eine motivierende Persönlichkeit. Sie hat für den niederländischen Volleyball sehr viel bedeutet. Unser Mitgefühl und Beileid gilt den Familien und allen, die sie liebten", sagte der Vorsitzende Hans Nieukerke.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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