Panorama
Freitag, 14. April 2006

Ein Toter in Alexandria: Fanatiker greifen Christen an

Bei einem Angriff von Islamisten auf Kirchen in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria ist am Freitag ein Christ getötet worden. Zwölf weitere koptische Christen wurden verletzt, als drei Fanatiker am Morgen gleichzeitig drei Kirchen in der nordägyptischen Stadt angriffen.

Angehörige der koptischen Gemeinde berichteten, zuerst sei ein Mann in die Mary Guirgis Kirche eingedrungen und habe dort drei Menschen mit einem Taschenmesser verletzt. Ein zweiter Mann stürmte kurz darauf mit einem Messer in die Al-Kaddisin Kirche, wo er zehn Gläubige verletzte. Einem dritten Angreifer, der in die Al-Adhra- Kirche eingedrungen war, gelang es nicht, einen der Anwesenden zu verletzten. Alle Täter konnten fliehen. Einer der Verletzten starb kurz nach dem Angriff.

Für die koptischen Christen Ägyptens beginnt das Osterfest erst in einer Woche. Während der letzten Fastenzeit treffen sie sich zum Teil auch nachts zum Gebet in der Kirche.

Im vergangenen Oktober war es in Alexandria zu gewaltsamen Ausschreitungen vor einer Kirche gekommen, bei denen drei Menschen ums Leben kamen. Damals hatte die Polizei verhindert, dass 4.000 Muslime eine Kirche stürmten, weil sie über die Verbreitung eines Theaterstücks auf DVD wütend waren, dass den Islam ihrer Ansicht nach in einem schlechten Licht zeigt.

Quelle: n-tv.de