Panorama

Rochen springt ins BootFisch erschlägt Frau

21.03.2008, 12:00 Uhr

Vor der Süd-Küste Floridas ist es zu einem bizarren Unfall gekommen: Ein 35 Kilogramm schwerer Adlerrochen ist in ein Ausflugsboot gesprungen und hat beim Aufprall eine 55-jährige Frau getötet.

Tödliche Begegnung auf hoher See: Ein riesiger Rochen ist vor der Küste Süd-Floridas in ein Ausflugsboot gesprungen und hat eine 55-jährige Frau an Bord erschlagen. "Alles deutet darauf hin, dass sie durch den Zusammenprall mit dem gefleckten Adlerrochen starb", sagte Jorge Pino von Floridas Wildschutz-Behörde (FWC). Das 35 Kilogramm schwere Tier sei mit voller Wucht auf den Kopf der Frau aus dem US-Staat Michigan gefallen, die zum Sonnenbaden an Deck lag. Sie war gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester zum Fischen vor den Florida Keys unterwegs, einer Inselkette an der Südspitze des "Sonnenschein-Staates".

Nach Angaben der Behörden erlitt die Touristin Verletzungen im Gesicht und am Kopf, es gab aber zunächst keine Hinweise, dass der Rochen sie stach, berichtete die Zeitung "Miami Herald". Das Deck sei voller Blut gewesen. "Das ist so ungewöhnlich, so selten, so bizarr", sagte Pinio zu dem Unfall. "Sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort." Gefleckte Adlerrochen sind in der Lage, mit dem ganzen Körper aus dem Wasser zu springen, meist wenn sie auf der Flucht sind oder einen parasitenfressenden Fisch loswerden wollen.

Aus dem Meer springen

Der Gefleckte Adlerrochen lebt in den Küstenbereichen zu beiden Seiten des tropischen Atlantiks. Der zur Familie der Rochen gehörende rautenförmige Fisch hat einen langen, peitschenartigen Schwanz und kann sich hoch aus dem Wasser schnellen. "Es ist ganz natürlich für sie, aus dem Meer zu springen, wie es Tümmler tun", sagte FWC-Sprecher Bobby Dube. "Das ist völlig normal und ziemlich spektakulär zu beobachten." Der Gefleckte Adlerrochen kann eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen.

Die Mitglieder der Rochen-Familie aus fünf Gattungen und 30 Arten, die bis zu 350 Kilogramm schwer werden können, fressen vorwiegend Muscheln und Schnecken. Die Schalen zertrümmern sie mit ihrem plattenförmigen Gebiss. Rochen sind gefürchtete Räuber für Austernbänke.

Stich ins Herz

Es ist nicht das erste Mal, dass es zu einer dramatischen Begegnung zwischen Mensch und Rochen in Süd-Florida kam. Im Oktober 2006 sprang ein 15 Kilogramm schwerer Stachelrochen in ein Ausflugsboot und stach den Kapitän ins Herz. Das Opfer, das inzwischen 83 Jahre alt ist, erholte sich nach langen Wochen im Krankenhaus aber wieder, berichtete die Zeitung weiter.

Der jüngste Unfall weckt auch Erinnerungen an den tragischen Tod des australischen Tierfilmers Steve Irwin. Der TV-"Krokodiljäger" war im September 2006 bei Unterwasseraufnahmen am Great Barrier Reef von einem Stachelrochen mitten ins Herz gestochen worden.