"Extrem unwahrscheinlich"Flugzeugabstürze durch Blitze
Flugzeugabstürze durch Blitzeinschläge sind nach Ansicht von Luftfahrtexperten äußerst selten und unwahrscheinlich. Grund: Der metallische Rumpf der Flieger wirkt als sogenannter Faradayscher Käfig.
Flugzeuge funktionieren - ähnlich wie Autos - als Faradayscher Käfig: geschlossene Hüllen aus leitendem Material, die den Innenraum bei Blitzeinschlägen abschirmen.
"Eine A330 ist aus Metall", erklärt Flugtechnik-Fachmann Stefan Levedag aus Braunschweig. "Bei Kohlefaser ist das nicht ganz so einfach." In Fliegern aus diesem leichteren Material werden extra Gitternetze aus Metall zum Schutz vor Blitzen eingebaut. Die Entladung wird um den Innenraum herumgeleitet und saust weiter Richtung Boden.
Vierfach abgesichert
Problematisch bei Blitzen können hochfrequente Störungen sein. Der kurzfristig fließende Strom lässt sehr starke elektrische Felder entstehen, erklärt Levedag. Diese wiederum induzieren hohe Spannungen - die Bauteile wie etwa Halbleiter durchschmoren lassen könnten. Sie sind deshalb in Flugzeugen speziell abgeschirmt und geschützt. An einigen Bauteilen gibt es zum Beispiel zwei kleine Drähte, an denen ein Blitz überschlagen kann. "Das Maß an Schutz ist sehr, sehr hoch. Jede Leitung, jeder Eingang und Ausgang, jedes Gerät ist abgeschirmt."
Zudem seien absolut alle sicherheitsrelevanten Systeme vierfach vorhanden - zum einen aus Sicherheitsgründen, zum anderen, damit ein Flieger auch starten darf, wenn mal eine Komponente kaputt ist. Die Fluggesellschaften müssen ihre Maschinen so seltener teuer aus dem Verkehr ziehen und reparieren lassen.
Aus all diesen Gründen ist es Levedag zufolge extrem unwahrscheinlich, dass ein Blitz zum Absturz eines Flugzeuges führt - auch wenn derlei Einschläge gar nicht so selten vorkommen.