Panorama

Fall Ermyas M. in Potsdam Freisprüche beantragt

Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat für die beiden Angeklagten im Prozess zu der lebensgefährlichen Attacke auf den Deutsch-Äthiopier Ermyas M. Freisprüche beantragt. Es gebe keine hinreichenden Beweise für die Täterschaft der Männer, erklärte sie in ihrem Plädoyer vor dem Potsdamer Landgericht. Die Beschuldigten müssen sich seit Februar wegen gefährlicher Körperverletzung beziehungsweise unterlassener Hilfeleistung verantworten. Die Attacke vom Ostersonntag 2006 hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, die Bundesanwaltschaft ermittelte zeitweise wegen Mordversuchs aus Ausländerhass.

Die Nebenklage schloss sich der Beweisführung der Staatsanwaltschaft an, zeigte sich aber dennoch überzeugt davon, dass es sich um eine ausländerfeindliche Tat handelte. Die Verteidigung hatte bereits zuvor angekündigt, dass "etwas anderes als Freisprüche nicht in Frage kommen". So hätten zwei Analysen eines Mailbox-Mitschnittes eines Teils des Tatgeschehens keine Beweise dafür geliefert, dass der Hauptangeklagte am Tatort war. Auf diesen Mitschnitt stützte sich im Wesentlichen die Anklage gegen ihn.

Nebenklage-Anwalt Thomas Zippel hat nach eigenem Bekunden seinen Mandanten, der jeden Verhandlungstag im Gerichtssaal verfolgte, längst auf einen möglichen Freispruch vorbereitet. Möglicherweise wird das Urteil bis zum Wochenende gesprochen.

Quelle: ntv.de

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