Panorama

"Die Welt im Topf"Geschichte der Bodensee-Küche

07.06.2010, 07:26 Uhr

Wer an den Bodensee reist, sollte um Jägerschnitzel und Tütensoßen einen großen Bogen machen. Denn die Region hat eine Fülle kulinarischer Besonderheiten zu bieten.

Wie die Traditionen in Küche und Keller in einer Region entstanden sind, in der gerne gut gekocht wird, zeigt eine Sonderausstellung der Städtischen Museen in Konstanz. Die kulturgeschichtliche Schau vom 6. Juni bis zum 31. Oktober 2010 dokumentiert unter dem Titel "Die Welt im Topf" die französischen, italienischen und österreichischen Einflüsse im Dreiländereck, wie die Veranstalter mitteilten. "Die Küche am Bodensee hat viele europäische Mütter und Väter", heißt es im Ausstellungskatalog.

Der Besucher erfährt, welche Rolle französische Emigranten, italienische Köche, jüdische Wanderhändler sowie das Dampfschiff und die Eisenbahn bei den Essgewohnheiten spielte. Die Palette reicht von der ersten Pizza während des Konstanzer Konzils (1414-1418) bis zur Weinkultur der Gegenwart. Erklärt wird beispielsweise, warum trotz des Fischreichtums des Bodensees Fischgerichte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts kaum auf den Speisekarten vornehmer Gasthäuser zu finden waren: Es mangelte einfach an der notwendigen Kühltechnik zum Frischhalten größerer Mengen.

Gezeigt werden historische Küchenutensilien, feines Geschirr aus Barock und Biedermeier, Relikte aus großen Hotelpalästen des 19. Jahrhunderts sowie Kochbücher oder vornehme Speisekarten. Zu den Exponaten gehören ein spätmittelalterlicher Apparat zum Braten ebenso wie das Teegeschirr von Großherzogin Luise.

Quelle: dpa