Panorama

Deal soll "eigentlich tot" sein Gespräche über Sputnik-V-Kauf stocken

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Ob Sputnik V überhaupt noch an Deutschland geliefert wird, ist derzeit offen.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Vor einigen Wochen noch setzen deutsche Politiker auf den russischen Impfstoff Sputnik V, um den Mangel an Vakzinen zu beheben. Doch ob das Präparat am Ende wirklich eingesetzt wird, scheint derzeit alles andere als sicher. Die Verhandlungen dazu geraten laut einem Medienbericht ins Stocken.

Einst ein Hoffnungsträger gegen die Impfstoff-Knappheit in Deutschland, scheint der Stern des russischen Präparats Sputnik V zu sinken. Grund sind zunehmende Zweifel, ob der Impfstoff noch rechtzeitig zur Verfügung steht. Eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA steht noch aus. Unklar ist auch, ob das Vakzin zeitig geliefert werden kann. Die Verhandlungen über einen Kauf der Bundesregierung sollen laut einem Medienbericht kurz vor dem Aus stehen.

So geraten die Gespräche zwischen der deutschen Taskforce Impfstoffproduktion und der russischen Seite über einen möglichen Kauf des Vakzins laut "Bild"-Zeitung immer mehr ins Stocken. Aus Kreisen der Taskforce, der Vertreter des Gesundheits-, Wirtschafts- und Finanzministeriums angehören, heißt es demnach, dass die russische Seite den Impfstoff sehr wahrscheinlich weder im Juni noch im Juli werde liefern können. Grund dafür seien Probleme bei der Rohstoff-Beschaffung.

Und auch die EMA-Zulassung ist noch nicht sicher. Laut dem Blatt sind Anforderungen des Zulassungsprozesses deutlich höher als von Moskau erwartet.

"Lieferungen im Juni undenkbar"

Hinzu kommt: Wenn die Russen den Sputnik V im Sommer überhaupt liefern könnten, müsse das zulasten der an Indien vorgesehenen Lieferungen passieren. Aus Regierungskreisen heißt dem Bericht zufolge dazu: "Damit sind angesichts der Lage in Indien Lieferungen im Juni so oder so absolut undenkbar." Aber zu einem späteren Zeitpunkt wäre Deutschland aufgrund der immer höheren Liefermengen anderer Impfstoffe nicht mehr auf Sputnik V angewiesen.

Angesichts der Hürden für Sputnik V zitiert das Blatt aus Kreisen der deutschen Impfstoff-Taskforce: "Das Ding ist eigentlich tot, aber wer sagt es Söder und Schwesig?" Hintergrund sind die Verhandlungen über einen Sputnik-V-Kauf, die Mecklenburg-Vorpommern unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf eigene Faust aufgenommen hatte. Bayern unter Ministerpräsident Markus Söder hatte Anfang April eine Absichtserklärung mit dem Hersteller des Vakzins über eine Lieferung von 2,5 Millionen Dosen geschlossen.

Quelle: ntv.de, kst

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