Baden-Württemberg verbietet RockerGroßrazzia bei den Hells Angels

In Pforzheim gibt es zukünftig keine Hells Angels mehr, Baden-Württemberg verbietet die Rockergruppe. Hunderte Polizisten führen Durchsuchungen durch und stellen Waffen und Drogen sicher. Vorausgegangen war eine brutaler Konflikt mit Türstehern.
Schlag gegen die Hells Angels: Das baden-württembergische Innenministerium hat die Rockergruppe in Pforzheim samt ihren Unterstützern verboten. Mehr als 400 Polizisten durchsuchten 24 Wohnungen, Gefängniszellen und Vereinsräume von Mitgliedern.
Dabei beschlagnahmten die Beamten zahlreiche Waffen, 18.000 Euro Bargeld, Drogen, Computer und Unterlagen sowie die Vereinsjacken, sogenannte Kutten. 13 Konten bei 7 Banken wurden eingefroren. "Seit heute hat Pforzheim eine Sorge weniger", sagte der Leitende Polizeidirektor Burkhard Metzger. Es ist nach Angaben der Behörden das zweite Verbotsverfahren gegen Rockergruppen in Baden-Württemberg und bundesweit das siebte dieser Art.
Auseinandersetzung mit Türstehern
Ausschlaggebend für das Verbot der Rockergruppierung Hells Angels MC Charter Borderland und deren Unterstützerclub Commando 81 Borderland war nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem ein brutaler Rockerkrieg mit der Türstehervereinigung United Tribuns, der im vergangenen Winter in Pforzheim tobte.
Die Hells Angels gelten als mächtigster und mitgliederstärkster Rockerklub der Welt. Auf ihr Konto gehen schwerste Gewalttaten - Drogen, Prostitution, Waffen- und Menschenhandel; auch Mord und Totschlag werden der berüchtigten Rockergruppe angelastet. Das Bundeskriminalamt geht von bundesweit etwa 90 kriminellen derartigen Banden aus.