Panorama

Dalai-Lama-FreundHeinrich Harrer beigesetzt

14.01.2006, 19:01 Uhr

Der österreichische Bergsteiger, Forscher und Schriftsteller Heinrich Harrer ist am Samstag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden.

Der österreichische Bergsteiger, Forscher und Schriftsteller Heinrich Harrer ist am Samstag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden. Harrer war eine Woche zuvor im Alter von 93 Jahren gestorben. Mehr als 400 Menschen waren nach Hüttenberg im Bundesland Kärnten gekommen, um von der Bergsteigerlegende Abschied zu nehmen. Unter den Trauergästen war auch ein Gesandter des Dalai Lamas, dessen Lehrer Harrer einst war.

Harrer wurde 1938 berühmt als Erstbesteiger der Eiger-Nordwand in der Schweiz. Noch größeren Bekanntheitsgrad erreichte er später mit seinem Buch "Sieben Jahre in Tibet" aus dem Jahre 1953, das 1997 mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt wurde. Darin beschreibt er seine abenteuerliche Flucht aus britischer Kriegsgefangenschaft in Indien über hohe Gebirgspässe des Himalayas nach Tibet.

Dort blieb er von 1944 bis 1951 und wurde zum Berater und Lehrer des jungen Dalai Lamas, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Nach dem Einmarsch der chinesischen Truppen im Jahre 1950 floh Harrer schließlich aus der tibetischen Hauptstadt Lhasa und kehrte über viele Umwege nach Österreich zurück.

Der Gesandte des Dalai Lamas, Keisang Gyaltsen, sagte in einer Trauerrede, Harrer sei "der letzte weltbekannte Zeitzeuge eines freien Tibets" gewesen. In einer von Gyaltsen verlesenen Botschaft erklärte der Dalai Lama, er habe einen persönlichen Freund verloren, der ihm eine neue Welt geöffnet habe - die westliche Welt.

Auf Harrers Grab wurde laut der Wiener Nachrichtenanagentur APA ein Steinbrocken aus der Eiger-Nordwand gelegt.