Panorama

Produzent erfolgreicher Serien Herbert Ballmann gestorben

Er zählte zu den kreativsten Filmschaffenden Nachkriegsdeutschlands: Herbert Ballmann ist im Alter von 84 Jahren in Berlin gestorben,

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Ballmann starb mit 84 Jahren. (Archivfoto von 2001)

(Foto: dpa)

Er zählte zu den kreativsten Filmschaffenden Nachkriegsdeutschlands: Herbert Ballmann produzierte erfolgreiche Fernsehserien wie "Drei Damen vom Grill" und "Praxis Bülowbogen" und führte bei Kinofilmen wie "Einmal Ku'damm und zurück" Regie. Bereits am Freitag ist Ballmann im Alter von 84 Jahren in Berlin gestorben, wie seine frühere Firma, die Neue Filmproduktion GmbH bestätigte. Der 1924 in Dortmund geborene Ballmann hatte seine Karriere in der DDR begonnen. Nach Kritik an der Kulturpolitik des SED-Regimes reiste er nach West-Berlin aus. Von 1957 bis 1961 war er mit der Schauspielerin Gisela Uhlen verheiratet.

Schon als Kriegsgefangener nördlich von Moskau war Ballmann seinem künstlerischen Interesse nachgegangen. Er baute ein literarisches Kabarett auf, später gründete er eine Theatergruppe. Nach der Rückkehr aus der Sowjetunion im Dezember 1949 trat er als Regieassistent bei der DDR-Produktionsgesellschaft DEFA ein. Von Margot Feist, der Vorsitzenden der Jungen Pioniere und späteren Ehefrau von Staats- und Parteichef Erich Honecker, erhielt er den Auftrag für eine Dokumentation über die DDR-Kinderorganisation.

Probleme in der DDR

Sein erster DEFA-Spielfilm "Das geheimnisvolle Wrack" war ein Agentenkrimi für junges Publikum. Offizielle Kritik erntete er mit "Das Traumschiff" über zwei Berliner Kinder, die an die Ostsee reisen, um den neuen Mann ihrer Mutter kennenzulernen. Der Film berücksichtigte nicht ausreichend "das neuen Leben" in der DDR", hieß es damals. Die Verfilmung von Erwin Strittmatters "Trinko" wurde als "naturalistisch" kritisiert.

Mit "Der Prozess wird vertagt" nach einer Erzählung von Leonhard Frank drehte Ballmann 1957 seinen ersten Spielfilm für Erwachsene. Zum wichtigsten Projekt in der DDR entwickelte sich "Haus im Feuer". Der Film sollte die Begegnung zwischen einem deutschen und einem sowjetischen Offizier im Zweiten Weltkrieg nacherzählen. Doch die Regie wurde Ballmann entzogen, nachdem er sich dafür eingesetzt hatte, dass die im Westen Berlins lebende Gisela Uhlen die weibliche Hauptrolle übernimmt.

1959 Umzug in den Westen

So entschloss sich Ballmann 1959, die DDR zu verlassen und zog zu Uhlen. Nach dem Start am Berliner Schiller Theater als Regisseur entwickelte er Stoffe für TV-Dokumentationen. "Interview mit Herbert K." über die Rückkehr eines ehemaligen Sträflings in die Gesellschaft sorgte für Aufsehen. Viel gelobt wurden auch Literaturverfilmungen wie Theodor Fontanes "Frau Jenny Treibel" mit Maria Schell und Lustspiele wie "Der Schuss nach hinten" mit Heidi Kabel und Willy Milowitsch.

Mit "Einmal Ku'damm und zurück" gelang Ballmann 1985 ein Kinoerfolg. Das nach einer wahren Geschichte entwickelte Drehbuch erzählt die Liebe in Ost-Berlin zwischen einer Sekretärin und dem Koch der Schweizer Botschaft in der DDR. Mit Ursela Monn als Hauptdarstellerin wurde der Film mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.

Nach dem Mauerfall kehrte Ballmann auf das DEFA-Gelände in Babelsberg zurück und produzierte dort "Praxis Bülowbogen" mit Günter Pfitzmann. Mit Pfitzmann drehte er 1998 auch drei Folgen der Fernsehserie "Der Havelkaiser", ebenfalls ein großer TV-Erfolg.

Quelle: ntv.de, dpa

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