Panorama

Trümmerfeld Gerdec Hoffnung auf Überlebende

Nach den verheerenden Explosionen im albanischen Munitionslager Gerdec haben Rettungsteams die Suche nach Vermissten fortgesetzt. Es gebe die Hoffnung, dass sich etwa 120 Menschen in die Schächte und Tunnels der Militäranlage gerettet hätten, sagte Regierungschef Sali Berisha in der Hauptstadt Tirana. Die Detonationen in der Anlage zur Entschärfung alter Munition haben bisher 15Menschenleben gefordert, rund 300 Verletzte wurden in den Krankenhäusern behandelt. Wegen der Wucht der Explosionen rechnen Experten mit noch deutlich steigenden Opferzahlen.

Die Serie von Explosionen hat einen Krater von 100 Metern Durchmesser gerissen. Im Umkreis von mehreren Kilometern wurden etwa 500 Häuser zerstört und mehr als 1800 beschädigt. Tausende Leute sind obdachlos geworden.

Verteidigungsminister Fatmir Mediu trat wegen des Unglücks zurück. Das sei ein Schritt "politischer, moralischer und professioneller" Verantwortung, sagte er in der Hauptstadt Tirana. Das Verteidigungsministerium hatte mit einer US-Firma die Entschärfung der Munitionsbestände aus der kommunistischen Zeit vereinbart. Diese Firma soll auch Minderjährigen die gefährlichen Aufgaben anvertraut haben, berichteten albanische Medien. Die sozialistische Opposition hatte zuvor auch den Rücktritt von Ministerpräsident Berisha gefordert.

Generalstaatsanwältin Ina Rama schließt auch einen kriminellen Hintergrund für die Detonationen nicht aus. Die Ermittler verfolgen mehrere Spuren. Dabei werde ein kriminelles Vergehen nicht ausgeschlossen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur ATA die Staatsanwältin. Bisher seien etwa 30 Menschen zu dem Unglück befragt worden.

Die EU-Kommission will Albanien nach den Explosionen helfen. Es sei noch zu früh zu sagen, welche Unterstützung die EU leisten könne, hieß es am Montag in Brüssel. Das arme Balkanland hat schon humanitäre und medizinische Hilfen aus Frankreich, Mazedonien und Kosovo sowie anderen Staaten erhalten.

Quelle: n-tv.de