Panorama

Zweiter Täter kann flüchtenJuwelier erschießt mutmaßlichen Räuber

22.12.2014, 19:15 Uhr
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Nach dem Vorfall sind einige Fragen offen. Vor allem sucht die Polizei nach einem zweiten Täter. (Foto: dpa)

Um einen Überfall auf sein Geschäft zu verhindern, greift ein Juwelier in Moers zur Waffe. Er feuert auf die mutmaßlichen Täter - einer von ihnen stirbt an seinen Verletzungen. Die Polizei fahndet nun nach dem Komplizen. Auch gegen den Ladenbesitzer wird ermittelt.

Ein Juwelier hat bei einem Überfall auf sein Geschäft bei Duisburg zur Waffe gegriffen und einen der Räuber erschossen. Der 69 Jahre alte Ladeninhaber war am frühen Morgen in seinem Schmuckgeschäft in Moers von zwei maskierten Männer überrascht worden.

Er habe mehrere Schüsse aus einer Waffe auf die beiden Eindringlinge abgefeuert, teilte die Polizei mit. Der 37-Jährige habe noch versucht, durch den Hinterausgang zu entkommen - doch er sei zusammengebrochen und an seinen Verletzungen gestorben. Nun ermittelt die Polizei gegen den Schützen.

Der mutmaßliche Komplize rannte ohne Beute über die Rückseite des Ladens weg, der an einer Einkaufsstraße in einem Vorort von Moers liegt. Ob auch dieser Mann von den Schüssen des Juweliers verletzt wurde, blieb zunächst offen. Weitere Einzelheiten zum Tathergang teilte die Polizei nicht mit.

Juwelier hatte Waffenbesitzkarte

Ob der 69 Jahre alte Juwelier die Waffe bei sich hatte, als er morgens in sein Geschäft ging, oder sie in seinem Laden deponierte, wurde nicht bekannt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte er eine Waffenbesitzkarte. Es sei das erste Mal gewesen, dass dieses Juweliergeschäft Ziel eines Überfalls geworden sei, sagte ein Sprecher.

Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach dem flüchtigen zweiten Täter. Dabei waren auch Spürhunde im Einsatz. Einer hatte einer Mitteilung zufolge an einem Haus in der Nähe angeschlagen. Ermittler durchsuchten dort zwei Wohnungen, fanden den gesuchten Mann jedoch nicht. Den Tag über vernahmen Beamte Zeugen des Überfalls. Eine Mordkommission wurde eingerichtet.

Erst am Samstag hatten Räuber das Berliner Nobelkaufhaus KaDeWe überfallen. Sie zerstörten im Erdgeschoss Vitrinen und stahlen Schmuck und Uhren. "Zur Höhe der Beute sagen wir nichts", hieß es bei der Polizei. Sie fahndet weiterhin nach den fünf Räubern. Derzeit würden Aufnahmen von Kameras vom Kaufhaus des Westens ausgewertet. Zudem sei ein großer Teil der mehr als 40 Zeugen befragt worden. Eine Polizeisprecherin sagte, die Aussagen der Zeugen seien teilweise widersprüchlich. Der Überfall dauerte nur wenige Minuten. Einen Wachmann verletzten die Räuber mit Reizgas. Auch mehrere Kunden mussten behandelt werden.

Quelle: ntv.de, mli/dpa