Panorama
Sonntag, 07. Oktober 2012

Attacke gegen Justiz und Schwarzer: Kachelmann rechnet ab

Hier kommt der Autor hin

Der im Mai 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochene Wettermoderator Jörg Kachelmann meldet sich mit einem Rundumschlag in der Öffentlichkeit zurück: Er kritisiert die "männervurteilende Justiz" und findet scharfe Worte für Alice Schwarzer, die als Prozess-Reporterin wie eine "Propagandamaschine" gehandelt habe.

Kachelmann und seine Frau Miriam wollen "ein informelles Netzwerk" gründen.
Kachelmann und seine Frau Miriam wollen "ein informelles Netzwerk" gründen.(Foto: dapd)

Knapp anderthalb Jahre nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung rechnet Wettermoderator Jörg Kachelmann mit der Justiz ab. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft habe "gemeinsam mit dem Gericht versucht, mit Hilfe meines 'Vorlebens' ein Monster aus mir zu machen", sagte Kachelmann in einem vorab veröffentlichten "Spiegel"-Interview. Er sei aber "nie gewalttätig" gewesen und habe erst recht nie jemanden vergewaltigt.

"Im Bereich Missbrauch und Vergewaltigung sind Falschbeschuldigungen ein Massenphänomen geworden", sagte der Wettermoderator dem "Spiegel". Der 54-Jährige war im Mai 2011 von dem Vorwurf freigesprochen wurde, eine frühere Freundin vergewaltigt zu haben. Es gebe keine "tragfähigen Beweise", dass Kachelmann im Februar 2010 seine Ex-Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt habe, hieß es damals in der Urteilsbegründung.

Er wolle "wirklich, dass jeder Vergewaltiger hinter Gitter kommt. Aber für Frauen sind Verleumdungen heute eine beliebte und effektive Waffe geworden".

Kachelmanns Frau Miriam sagte, mit Missbrauchsvorwürfen könne man sich heute "sehr einfach an Chefs und Lebenspartnern rächen" und "problemlos das Sorgerecht für Kinder erstreiten". Die 26-Jährige sprach von einer "Opferindustrie, die in dieser kranken Form endlich weg muss". Sie attackierte auch Alice Schwarzer, damals Reporterin für die "Bild"-Zeitung und damit "von Anfang an Partei und Propagandamaschine".

Das Paar will ein informelles Netzwerk mit dem Ziel gründen, "dass künftig weniger Menschen wegen falscher Vorwürfe unschuldig verurteilt werden". Kachelmann bringt demnächst das Buch "Recht und Gerechtigkeit" heraus, in dem er den Gerichtsprozess in Mannheim beschreibt.

Quelle: n-tv.de