Abgewirtschaftetes Traditionshotel"Kaiserhof" brennt nieder
Die goldenen Zeiten hatte der "Kaiserhof" in Porta Westfalica schon hinter sich. Das einst beliebte Hotel verkam immer mehr, Teile wurden aus brandschutzrechtlichen Gründen gesperrt. Dann kam die Insolvenz. Nun brennt das Haus fast vollständig ab.
Ein wegen Insolvenz leerstehendes Traditionshotel in Porta Westfalica ist beinahe bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Schaden werde in die Millionen gehen, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht im nordrhein-westfälischen Minden.
Das Gebäude des insolventen Hotels hatte aus noch ungeklärter Ursache Feuer gefangen. Teile des Traditionshotels Kaiserhof aus dem Jahr 1890 stehen unter Denkmalschutz. Weil das Feuer auch auf einen benachbarten Stall überzugreifen drohte, brachten Polizei und Feuerwehr zwölf Pferde in Sicherheit.
Von dem ursprünglichen Komplex blieb dem Sprecher zufolge nur ein historischer Turm stehen. Im Mai war ein Insolvenzverfahren für das Hotel eröffnet worden. Schon vorher waren der zweite und der dritte Stock des Gebäudes aus brandschutzrechtlichen Gründen geschlossen worden.
Die Grundsteinlegung für das Hotel war im Jahr 1890, damit ist es sechs Jahre älter als das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Im Zweiten Weltkrieg war ein Außenlager des KZ Neuengamme im Großen Festsaal des von der SS beschlagnahmten Kaiserhofs ansässig. Zeitweise waren bis zu 1300 Zwangsarbeiter hier interniert. Bis 1950 war das Hotel von der britischen Militärregierung besetzt. Anschließend entwickelte es sich zum Tagungshotel, auch Feriengäste fanden Gefallen an dem Haus.