Panorama

Hochwasser-Lage stabilKanzlerin besucht Frankfurt

29.05.2010, 14:45 Uhr
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Der "Deichgraf von 1997", Matthias Platzeck, zeigt der Kanzlerin die Sicherungsanlagen auf der westlichen Uferseite der Oder. (Foto: dpa)

Das Hochwasser an der Oder ist auf hohem Niveau stabil - Tendenz fallend. Bundeskanzlerin Merkel macht sich vor Ort ein Bild von der Lage. Die bedankt sich bei den Helfern, lobt die Zusammenarbeit mit Polen und begutachtet Hochwasseranlagen in der Oder-Stadt Frankfurt.

In der Hochwasser-Region entlang der Oder zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Die Wasserstände im südlichen Brandenburg sind inzwischen stabil und steigen nicht weiter. "Von Ratzdorf bis zum Pegel Kietz sind die Werte relativ konstant bis ganz langsam fallend", teilte das Hochwassermeldezentrum mit. Der Scheitel des Hochwassers stehe derzeit bis kurz hinter Frankfurt (Oder) und bewege sich Richtung Norden.

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Merkel informiert sich über die neue Sicherungstechnik für die Stadt Frankfurt. (Foto: dpa)

In der Grenzstadt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Einsatz aller Verantwortlichen und Helfer im Kampf gegen das Oder-Hochwasser gelobt und sich bei ihnen bedankt. Darüber hinaus hätten sich die Bemühungen seit der verheerenden Flut von 1997, die Deiche und Infrastruktur zu verbessern, "unglaublich" ausgezahlt, sagte Merkel in Frankfurt (Oder). Dort informierte sie sich gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Frankfurts Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) über die Lage an dem Fluss.

Anschließend gingen die Regierungschefin und ihre Begleiter unter den Augen zahlreicher Schaulustiger zu einer Spundwand. Dort kletterte Merkel auf eine Leiter, um den vorbeiströmenden Fluss zu beobachten. Die Situation sei gegenwärtig fast wieder so schlimm wie vor 13 Jahren. Mit Blick auf die Abwehrmaßnahmen, sagte sie anerkennend, es gebe eine "sehr, sehr eingespielte organisatorische Struktur".

Besonders hob die Kanzlerin das gute Verhältnis zwischen Deutschen und Polen hervor, die gleichermaßen vom Hochwasser betroffen sind. "Hier gibt es ein ganz enges Miteinander." Sowohl Merkel als auch Platzeck warnten zum gegenwärtigen Zeitpunkt vor Nachlässigkeit. "Die Gefahr ist noch nicht vorbei", sagte Merkel. In Frankfurt wie auch für den südlichen Oderabschnitt gilt die höchste Alarmstufe 4, bei der Deiche überflutet werden können. Inzwischen hat das Hochwasser in Brandenburg seinen Höhepunkt erreicht, aber bisher zu keinen größeren Schäden oder Überschwemmungen geführt. Die Deiche halten dem Druck stand.

Lage in Polen angespannt

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Deichläufer beim Kontrollgang am deutsch-polnischen Grenzfluss. (Foto: dpa)

Die Hochwasser-Lage in Frankfurts Nachbarstadt, dem polnischen Slubice, bleibt trotz des erreichten Scheitelpunktes der Flut stabil. Der Pegelstand habe 5,74 Meter erreicht und sei in den vergangenen Stunden um zwei Zentimeter gefallen, sagte eine Sprecherin des Krisenstabes in Slubice. Die Dämme hielten dem Druck der Wassermassen stand, es gebe keine größeren Unterspülungen. Der Fluss blieb unter dem erwarteten Höchststand von sechs Metern.

Unterdessen nahm eine polnische Delegation im brandenburgischen Katastrophenschutzlager in Beeskow Hilfsgüter zur Abwehr des Hochwassers in Empfang. Innenminister Rainer Speer (SPD) übergab 600.000 Sandsäcke, zwei Boote und drei Notstromaggregate. Brandenburg stehe mit seinen Freunden aus der Partner-Woiwodschaft Lebuser Land "zusammen im Kampf gegen die Gefahren", sagte Speer. "Das Hochwasser kennt keine Grenzen." Die Woiwodschaft hatte um materielle Unterstützung gebeten. In Beeskow lagern unter anderem mehr als drei Millionen Sandsäcke, Sandabfüll-Maschinen, Pumpen und Zelte.

Quelle: dpa/AFP