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Umweltverbände lehnen die Hubschraubereinsätze ab. Das Gift kann auch Vögel und Schmetterlinge schädigen.
Umweltverbände lehnen die Hubschraubereinsätze ab. Das Gift kann auch Vögel und Schmetterlinge schädigen.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 25. Mai 2013

Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner: Kinder mit Raupengift eingenebelt

Die Haare des Eichenprozessionsspinners können beim Menschen starke Hautreizungen auslösen. Deswegen gehen zurzeit mehrere Bundesländer mit Pestiziden gegen die Raupen vor. Doch manchmal geht das Gift am Ziel vorbei - und trifft Kinder.

Auf einem Kita-Spielplatz in Brandenburg an der Havel sind etwa 50 Kinder bei einem Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner mit dem Insektengift Dipel ES eingenebelt worden. Die für den Einsatz zuständige Oberförsterei Lehnin räumte gegenüber der "Märkischen Allgemeinen" ein, dass "Reste vom Abtrift" des Giftes die Kita getroffen haben könnten. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am Donnerstag. Eltern betroffener Kinder hatten sich anschließend beschwert.

Gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners, dessen Gift starke Hautreizungen auslösen kann, geht man derzeit in mehreren Bundesländern von Hubschraubern aus mit dem Gift Dipel ES vor. Dabei hat es wiederholt Zwischenfälle gegeben. Im nordrhein-westfälischen Dorsten besprühte ein Helikopter irrtümlich 200 Schüler einer Grundschule, offenbar weil der Schule ein falscher Termin für den Einsatz genannt worden war.

Das Gift Dipel ES gilt verglichen mit anderen Insektenvernichtungsmitteln als relativ gesundheits- und naturschonend. Umweltschützer warnen gleichwohl vor den großflächigen Sprüheinsätzen, weil dies auch andere Tierarten wie Schmetterlingslarven oder brütende Vögel schädigen könne. So lehnten in Brandenburg beispielsweise die Umweltverbände BUND und Nabu die Hubschraubereinsätze ab. Als Alternative können Nester des Eichenprozessionsspinners auch abgesaugt werden, was aber aufwändiger ist.

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Quelle: n-tv.de