Panorama

Klatten-ErpressungKomplize muss in Haft

20.06.2012, 16:39 Uhr
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Die Erpressung durch ihren betrügerischen Liebhaber bringt die Milliardärin Susanne Klatten vor vier Jahren in die Schlagzeilen. Nun wird ein Hintermann der Tat verurteilt. Er soll die Treffen der beiden in einem Hotel gefilmt haben.

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Ernano Barretta soll eine Art Sektenchef gewesen sein. (Foto: dpa)

Im zweiten Prozess um die

Erpressung von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten 0 ist der Komplize des Haupttäters

Helg Sgarbi zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Richter im mittelitalienischen

Pescara sprach Ernano Barretta des schweren Betrugs für schuldig. Den Vorwurf der

Bildung einer kriminellen Organisation dagegen ließ er nicht gelten. Es ging in

dem mehrjährigen Prozess um die Erpressung reicher Frauen mit heimlich gefilmten

amourösen Videos. Laut Anklage soll Barretta die Filmaufnahmen gemacht haben.

Barretta wurde auch verurteilt,

der Nebenklägerin Susanne Klatten sieben Millionen Euro Schadenersatz zu zahlen

sowie an zwei andere Frauen etwa zwei Millionen und 400 000 Euro, berichtete die

Nachrichtenagentur Ansa am Dienstagabend. Die übrigen sechs Angeklagten, darunter

Barrettas Frau und zwei erwachsene Kinder des Paares, wurden freigesprochen.

Ein Sprecher Klattens brachte

auf Anfrage seinen Respekt vor der Arbeit der italienischen Behörden zum Ausdruck.

Das Urteil kommentierte er aber nicht.

Falsche Liebe

Der bereits vor drei Jahren

wegen Betrugs und versuchter Erpressung verurteilte Helg Sgarbi hatte von der Milliardärin

Klatten 14 Millionen Euro für Fotos ihrer intimen Begegnungen in einem Hotel kassieren

wollen. Klatten wandte sich an die Polizei, hatte dem Erpresser zuvor aber bereits

freiwillig sieben Millionen Euro überlassen.

Bei den Ermittlungen gegen

Sgarbi war auch Barretta, der aus einem Dorf in den Abruzzen kommt, ins Visier der

Polizei geraten. Er soll mit seiner Familie eine Art Sekte geleitet haben und ein

Drahtzieher der Erpressungen betuchter Frauen gewesen sein.

In dem Verfahren gegen Barretta

hatte Sgarbi seinen Komplizen und dessen Familie noch zu entlasten versucht: "Diese

Leute sind unschuldig", beteuerte er.

Der Staatsanwalt dagegen

hatte auch jeweils sechs Jahre Haft für die beiden Kinder und die Frau Barrettas

verlangt: "Das war eine Gruppe von Personen, die von Erpressung lebte, und

die über die Aktivitäten Sgarbis Bescheid wusste." Barretta habe die amourösen

Begegnungen Sgarbis mit den danach erpressten reichen Frauen gefilmt. Die Verteidigung

Barrettas erwägt, in Revision zu gehen.

Quelle: ntv.de, dpa