Panorama
Jede DNA ist einzigartig - hier wird sie bei der Polizei ausgewertet.
Jede DNA ist einzigartig - hier wird sie bei der Polizei ausgewertet.(Foto: dapd)
Dienstag, 11. September 2012

Pilotprojekt in Bremen: Künstliche DNA ist kein Erfolg

Sie galt als großer Fortschritt in der Verbrechensbekämpfung. Doch ein Pilotprojekt mit künstlicher DNA in Bremen bringt nicht die erwarteten Erfolge: Die Zahl der Einbrüche geht nicht entscheidend zurück. Eine gewisse Abschreckung stellt die Polizei jedoch fest.

Der Einsatz von künstlicher DNA sollte in Bremen helfen, die hohe Zahl von Einbrüchen zu senken. Den gewünschten Erfolg hat das Aufsprühen von unsichtbaren Flüssigkeiten auf Wertgegenstände nicht gebracht: Die Zahl der Einbrüche sei nicht entscheidend zurückgegangen, sagte der Leiter des Projekts, Uwe Schröter.

Wurde vor drei Jahren 2908 Mal in Bremer Wohnungen eingebrochen, gab es im vergangenen Jahr 2772 Einbrüche. Drei Einbrüche hätten seit Beginn des Pilotprojekts der Polizei vor drei Jahren mit Hilfe der künstlichen DNA aufgeklärt werden können.

Derzeit seien etwa 5000 Haushalte in Bremen mit der künstlichen DNA ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine nur unter ultraviolettem Licht sichtbare Flüssigkeit. Werden Wertgegenstände damit markiert, können sie einwandfrei ihrem Besitzer zugeordnet werden. Die künstliche DNA ist in ihrer Zusammensetzung einzigartig und gleicht damit einem genetischen Code.

Der Einsatz der künstlichen DNA habe allerdings eine abschreckende Wirkung, sagte der Projektleiter. Das habe eine Befragung im Auftrag der Bremer Polizei von knapp 150 inhaftierten Straftätern in Bremen und Uelzen ergeben. In der Rangfolge liege die Abschreckung durch Hinweisschilder auf diesen Diebstahlschutz allerdings knapp hinter Hinweisen auf Videoüberwachung, einen bissigen Hund und die Alarmsicherung. "Wir müssen jetzt Ermittlungserfolge durch künstliche DNA nachweisen", sagte Polizeipräsident Lutz Müller. Dann werde die abschreckende Wirkung stärker.

Quelle: n-tv.de