Panorama

Ehemaliger Lehrer kopiert ExpressionistinKunstfälscher nimmt sich das Leben

20.11.2013, 16:40 Uhr
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Das Foto zeigt die Fälschung eines Aquarells der deutsch-französischen Malerin Lou Albert-Lasard. (Foto: dpa)

Ermittler decken in Berlin eine Serie von Kunstfälschungen auf. Nicht die Expressionistin Lou Albert-Lasard hat die rund 100 Werke geschaffen, sondern ein pensionierter Lehrer aus der Hauptstadt.

Ein pensionierter Lehrer aus Berlin soll zehn Jahre lang Kunstwerke der Expressionistin Lou Albert-Lasard gefälscht und damit gehandelt haben. Nachdem der 73-Jährige vor gut einer Woche aufflog, nahm er sich nur wenige Tage später das Leben. Das teilte die Polizei mit. Der ehemalige Studienrat hatte zugegeben, die etwa 100 Bilder selbst gemalt zu haben. Danach verschwand er. Später wurde seine Leiche in einem Wald bei Trebbin in Brandenburg gefunden. Alle Umstände deuteten auf einen Suizid, erklärte die Polizei.

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Der gefälschte Nachlassstempel. (Foto: dpa)

Ermittler des Landeskriminalamtes hatten nach eigenen Angaben am Dienstag vergangener Woche bei einer Durchsuchung zahlreiche Beweise sichergestellt - darunter einen sogenannten Nachlassstempel, mit dem der 73-Jährige die gefälschten Bilder gekennzeichnet hatte. Käufern soll er dann erzählt haben, die Bilder stammten aus dem Nachlass Albert-Lasards, die 1969 in Paris gestorben war.

Gewinn nicht beziffert

Der frühere Kunstlehrer soll die Fälschungen seit 2003 angefertigt haben. Albert-Lasard ist bekannt für ihre Darstellungen aus dem Stadtleben. Solche Motive hatte auch der mutmaßliche Fälscher gewählt: Berlin in den 1920er-Jahren. Hinweise aus dem Kunsthandel hatten die Fahnder schließlich auf die Spur des Mannes geführt.

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Ein Werk "Ohne Titel" von Lou Albert-Lasard aus den 1920er Jahren (Aquarell über Bleistift, 32,2 x 28,5 cm) aus der Sammlung "Memoria Thomas B. Schumann". (Foto: picture alliance / dpa)

Am vergangenen Donnerstag, zwei Tage nach der Durchsuchung, gestand der 73-Jährige die Taten bei der Polizei. Tags darauf meldete ihn seine Ehefrau als vermisst. Die Ermittler machten keine Angaben, wie viel Geld er mit dem Verkauf der angeblichen Albert-Lasard-Bilder eingenommen hat. Die Polizei sucht weitere Käufer der Fälschungen.

Erinnerungen an Beltracchi

An die Dimensionen des Skandals um den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi reicht der Fall wohl nicht heran. Beltracchi hatte mit seiner Frau Helene und zwei Komplizen gestanden, jahrelang Fälschungen als Werke von Künstlern wie Max Ernst, Max Pechstein, André Derain, Fernand Léger und Heinrich Campendonk in den Markt geschleust zu haben. Dafür kassierte er mindestens 16 Millionen Euro.

Der Gesamtschaden, der auch beim Weiterverkauf der Werke entstand, wird auf etwa 34 Millionen Dollar geschätzt. Renommierte Kunstexperten und weltbekannte Auktionshäuser fielen auf die Fälschungen herein. Im Oktober 2011 wurde Beltracchi nach einem Geständnis zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa