Fuchs schleicht sich nachts ins GehegeLabor enttarnt Flamingo-Killer

Im Frankfurter Zoo findet ein Tierpfleger 15 tote Flamingos. Die rosa Körper sind zerfetzt, teilweise wurden den Vögeln die Köpfe abgetrennt. Die Polizei fahndet nach unbekannten Tätern. Eine Untersuchung der Kadaver gibt nun Aufschluss über den Tierquäler.
Die am Wochenende im Zoo in Frankfurt am Main getöteten Flamingos sind einem Fuchs zum Opfer gefallen. Experten im Hessischen Landeslabor in Gießen hätten bei der Obduktion bei allen 15 getöteten Tieren typische Bissverletzungen gefunden, teilte der Zoo mit. Der Zoo hatte die Flamingos untersuchen lassen, weil zunächst unklar war, ob ein Fuchs die Vögel gerissen hatte oder ob Tierquäler unterwegs waren.
"Bei aller Betroffenheit und Trauer über den Verlust der Tiere sind wir erleichtert, dass wir es hier nicht mit einem Tierquäler zu tun haben", sagte Zoodirektor Manfred Niekisch. "Die Tiere vor einem Fuchs zu schützen ist eine lösbare Aufgabe, ein menschlicher Täter wäre sehr viel unkalkulierbarer." Die verbliebenen Flamingos sollen vorerst die Nächte in ihrem Innengehege verbringen. Außerdem stünden auf dem Zoogelände nun Lebendfallen bereit, um den Fuchs zu fangen. Dauerhafte Vorrichtungen wie etwa ein Elektrozaun sollen folgen.
Vom Wachdienst unbemerkt hatte sich der Fuchs in den Zoo geschlichen und zunächst neun Flamingos getötet. Ein Tierpfleger hatte die Vögel am folgenden Morgen mit zum Teil abgerissenen Köpfen gefunden. Nur eine Nacht später waren sechs weitere Flamingos auf dieselbe Weise gestorben.
Es ist nicht das erste Mal, dass im Frankfurter Zoo Flamingos gewaltsam zu Tode kamen. 2007 wurden vier Vögel tot in ihrem Gehege gefunden. Neben Frankfurt müssen sich auch andere Tierparks mit nächtlichen Fuchs-Attacken auseinandersetzen. Der Berliner Zoo etwa hatte im vergangenen Monat bekanntgegeben, dass zuletzt auffällig viele Tiere dem Fuchs zum Opfer gefallen seien.