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Teenager-Morde von Bodenfelde Landgericht spricht sein Urteil

In Doppelmordfall von Bodenfelde soll heute das Urteil fallen. Der psychisch kranke Angeklagte Jan O. hatte zugegeben, die 14-jährige Nina und den 13 Jahre alten Tobias umgebracht zu haben – aus kannibalistischen und vampiristischen Motiven. Für den Angeklagten gilt eine "extrem ungünstige Prognose".

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Jan O. (r) und sein Anwalt Markus Fischer vor dem Landgericht in Göttingen.

(Foto: dpa)

Im Prozess um den gewaltsamen Tod der 14-jährigen Nina und des 13-jährigen Tobias aus Bodenfelde will das Landgericht Göttingen heute Vormittag das Urteil sprechen. Die Staatsanwaltschaft hat für den 26-jährigen Angeklagten Jan O. 15 Jahre Haft und die Unterbringung in der Psychiatrie sowie anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. "Er hat das Leben beider Familien zerstört", sagte Staatsanwalt Jens Müller. Aufgrund der verminderten Schuldfähigkeit des 26-Jährigen wegen einer Persönlichkeitsstörung beträgt die Höchststrafe nicht Lebenslang, sondern 15 Jahre.

Jan O. hatte gestanden, Nina und Tobias im November vergangenen Jahres im niedersächsischen Bodenfelde getötet zu haben.

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Das Band markiert den Fundort der getöteten Jugendlichen.

(Foto: dapd)

Müller schilderte, wie Jan O. die Jugendlichen auf der Suche nach Vergewaltigungsopfern zufällig ausgewählt, in ein Waldstück am Rand von Bodenfelde geschleppt, misshandelt und getötet habe. Dabei sei es Jan O. vor allem darum gegangen, kannibalistische und vampiristische Handlungen an den noch lebenden und später an den bereits toten Opfern zu begehen.

Ein vom Gericht bestellter Gutachter bescheinigte O. eine "ausgeprägte kombinierte Persönlichkeitsstörung" nach einem völlig zerrütteten Lebensweg. Daher ging auch die Staatsanwaltschaft von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus und forderte 15 Jahre wegen Mordes. Aber danach soll Jan O. nach dem Willen der Anklage in Sicherungsverwahrung genommen kommen, weil er laut Gutachter ein Mann mit "Hochrisikoprofil" ist und mit erheblicher Rückfallgefahr. Aus Sicht des Staatsanwalts spricht nichts dafür, dass O. jemals wieder in Freiheit kommen könnte. Für ihn gelte eine "extrem ungünstige Prognose".

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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