Panorama

Mord an Rob KnoxLebenslang für Messerstecher

05.03.2009, 14:59 Uhr

Der Verurteilte hatte im vergangenen Mai den 18 Jahre alten Schauspieler vor einer Bar in London erstochen. Vorausgegangen war ein Streit um ein vermisstes Handy.

Für den Mord an einem jungen Schauspieler aus dem neuen "Harry Potter"-Film ist ein 22-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er muss für mindestens 20 Jahre im Gefängnis bleiben, wie die Richter in London befanden. Der Verurteilte hatte den 18-jährigen Robert "Rob" Knox im Mai vergangenen Jahres vor einer Bar im Londoner Viertel Sidcup erstochen und vier seiner Freunde verletzt. Der Schauspieler hatte versucht, seinen 17-jährigen Bruder Jamie im Streit um ein Handy zu verteidigen. Der Angeklagte nahm den Urteilsspruch grinsend hin.

Richter David Bean beschrieb Knox als "vielversprechenden Schauspieler, der in seinem traurigerweise so kurzen Leben viel erreicht hat". Zu dem Täter sagte er, es gebe keinen Beweis dafür, dass er Knox bewusst töten wollte - tatsächlich aber sei es ihm "völlig egal gewesen", ob Knox sterben würde oder nicht. Dass er seine Tat nicht bedauere oder bereue, sei "erschreckend", sagte der Richter weiter. Der Verurteilte, der Knox mit fünf Messerstichen niederstreckte, habe die Nachricht vom Tode Knox' mit einem "hey, nicht schlecht" quittiert. Staatsanwalt Brian Altman hatte zuvor gesagt, der Mann habe Messer bei sich getragen "wie andere Leute Kugelschreiber".

Knox spielte in dem Film "Harry Potter und der Halbblut-Prinz" den Ravenclaw-Schüler Marcus Belby, der auf dieselbe Schule wie Harry Potter geht. Der Streifen hat im Juli Premiere. Knox sollte eigentlich auch im nächsten Potter-Film mitspielen.

Der Tod des Schauspielers inmitten einer Serie von blutigen Messerstechereien zwischen Jugendlichen sorgte in London damals für Entsetzen. Augenzeugen hatten ausgesagt, dass Knox den Streit schlichten wollte, und dann von dem Angreifer attackiert worden war. Der Täter war bereits wegen Messerstechereien vorbestraft. Nach der Bluttat war bekanntgeworden, dass er sich wegen bewaffneten Überfalls und Diebstahls bereits wieder im Visier der Polizei befand, aber nicht festgenommen worden war. Zwei Beamte erhielten deshalb Disziplinarstrafen.