Panorama

Loreley bald wieder frei Leiche aus "Waldhof" geborgen

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Der Tote wird von Bord getragen.

(Foto: dpa)

Einen Monat nach der Havarie richten Kräne den Säuretanker "Waldhof" im Rhein auf. In dem Wrack wird auch der erste der beiden noch vermissten Bootsleute gefunden. Jetzt muss das Schiff nur noch an Land gezogen werden.

Im Wrack des Tankschiffs "Waldhof" hat das Bergungsteam eine männliche Leiche gefunden. Zur Identität des Toten lagen zunächst nach Angaben des Pressezentrums "Havarie Loreley" keine Erkenntnisse vor. Seit dem Schiffsunfall werden zwei Besatzungsmitglieder vermisst.

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Die "Waldhof" wird aufgerichtet.

(Foto: dpa)

Nachdem das auf der Seite liegende Schiff am Vormittag angehoben und aufgerichtet worden war, konnte erstmals der Wohnbereich des Tankers untersucht werden. Aus diesen völlig zerstörten Räumen sei die Leiche geborgen worden. Zwei der vier Bootsleute waren nach dem Unfall am 13. Januar gerettet worden. Neben der Bergung war die Suche nach den Vermissten die wichtigste Aufgabe. Die Familien der Vermissten sollten Klarheit über das Schicksal ihrer Angehörigen erhalten, hieß es.

Viele Steine fallen

Nach der Drehung hatte der Staatssekretär des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, Roger Rewentz gesagt: "Wir haben das Schlimmste hinter uns. Uns fallen viele Steine vom Herzen." Zuvor war befürchtet worden, das auf der Seite liegende Schiff könnte bei der Bergung auseinanderbrechen. Seit den Morgenstunden war Wasser aus den Tanks des Havaristen gepumpt worden, um ihm Auftrieb zu geben. Drei Kräne sind im Einsatz. Am Mittag war das Schiff bereits fast in Normallage.

Damit liefen die Bergungsarbeiten der Spezialfirma Mammoet, die 2001 das russische Atom-U-Boot "Kursk" aus den Tiefen der Barentssee gehoben hatte, deutlich schneller als erwartet. Die Niederländer hatten zwei Tage dafür angesetzt.

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(Foto: dpa)

"Wir sind mit dem Verlauf mehr als zufrieden", sagte Lewentz. Es habe zum Schluss keine größeren Probleme mehr gegeben. Auch habe er volles Vertrauen, dass die Experten auch den letzten Schritt meisterten: Das Schiff sollte danach ans Ufer gezogen werden.

Langer Bergungsprozess

Das 110 Meter lange Schiff war am 13. Januar mit 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord nahe der Loreley aus ungeklärter Ursache gekentert. Auf dem Weg zur Bergung sahen sich die Experten immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Erst verzögerte das Hochwasser die Anfahrt der Kräne, weil sie wegen des hohen Wasserstands nicht unter den Rheinbrücken durchkamen. Dann bildete sich wegen der Strömung eine mehrere Meter tiefe Mulde an der "Waldhof", das Schiff drohte abzurutschen. Als diese Gefahr mit Hilfe weiterer Stahlseile gebannt war, entdeckten Chemiker, dass sich in der mit Wasser gemischten Säure Wasserstoff gebildet hatte. Stickstoff wurde deshalb tagelang in die Tanks gepumpt und verdrängte das hochexplosive Gas.

Zuletzt musste die Einsatzleitung sogar ein Auseinanderbrechen des Havaristen fürchten. Nachdem man angefangen hatte, die Säure aus einem der sieben Tanks zu pumpen, verbog sich der Schiffsrumpf. Aufgrund der enormen Spannung entstanden Beulen an dem Tanker. Die Behörden ließen daher kontrolliert Schwefelsäure in den Rhein ab. Bis auf einen Rest von 100 Tonnen wurde die Säure in den Fluss oder auf ein anderes Schiff gepumpt. Behörden und Umweltschutzverbände sprachen von nur geringen Beeinträchtigungen der Natur. Beim Mischen der Chemikalie mit Wasser entstehen vor allem hohe Temperaturen.

Quelle: ntv.de, dpa

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