Wandern auf 400 KilometernLiechtenstein, mehr als Geld
Liechtenstein - da denken viele zuerst ans Thema Geldanlage. Doch der 160 Quadratkilometer große Mini-Staat hat einiges mehr zu bieten: Z.B. rund 400 Kilometer markierte Wanderrouten.
Nach Liechtenstein reisen - da denken viele zuerst ans Thema Geldanlage. Doch der 160 Quadratkilometer große Mini-Staat zwischen der Schweiz und Österreich hat einiges mehr zu bieten: zum Beispiel rund 400 Kilometer markierte Wanderrouten.
In der Hauptstadt Vaduz kann sich der Besucher schon einmal einlaufen. Mit einem Audioguide am Ohr besucht er auf einem "Erlebnisweg" verschiedene Sehenswürdigkeiten - alles im Gespräch mit Goethe. Der Dichter machte 1788 in Liechtenstein Station.
Doch um richtig wandern zu können, muss Vaduz verlassen werden. Gaflei bietet sich als Ausgangspunkt an. "Wir haben zwar kaum Klettersteige bei uns, aber für trittsichere Wanderer gibt es schöne Touren", erklärt Rudolf Frick. Der Wanderführer des Liechtensteiner Alpenvereins führt seine Gäste von Gaflei über einen Höhenweg zur Maiensäße Silum. Dort machen die Kühe im Frühsommer auf ihrem Weg zur Hochalm Zwischenstation.
Am Wegesrand blühen Schlüsselblumen, Schwefelanemonen, Krokusse und Hahnenfuß. Allein 14 Enzianarten sind hier zu finden. Die Alpenflora steht unter besonderem Schutz. In etwa zwei Stunden ist die Alpe Sücka zu erreichen. Auf 1402 Meter Höhe kehrt die Gruppe im "Kurhaus" ein. Wo vor einem Jahrhundert Kurgäste die Alpen entdeckten, können die Wanderer heute Schweizer Rösti oder Käse aus eigener Herstellung kosten.
Von der Gaststätte aus eröffnet sich ein guter Blick auf das Saminatal mit der Walsersiedlung Steg. Die Häuser des Ortes sind in einem Kreis angeordnet, mit der Allmende in der Mitte. Für die Walser war diese gemeinschaftlich genutzte Weide überlebenswichtig.
Von Steg aus kann in mehreren Stunden zu Fuß nach Malbun gelaufen werden. Der Postautobus benötigt für die 300 Höhenmeter nur wenige Minuten. Malbun gibt sich aktiv und kinderfreundlich: Familien können die Schaufalknerei besuchen, Bogenschießen lernen oder mit dem Kinderprogramm "Malbuner Rasselbande" die Natur entdecken.
Malbun ist auch der Ausgangsort für den Fürstin-Gina-Weg, benannt nach der wanderfreudigen, inzwischen verstorbenen Fürstin-Mutter. Die Sesselbahn befördert die Gäste auf das 2000 Meter hoch gelegene Sareiserjoch. Von dort führt der mittelschwere Rundwanderweg auf den Augstenberg hinauf. "Das ist ein traumhaft schöner Wanderweg, wenn der Schnee weg ist", sagt Wanderführer Rudolf Frick.
Eine andere, leichte Wandererroute für Einsteiger startet im Ort Planken. Die Wanderer gehen gemütlich auf einer Forststraße durch den schattigen Wald. Auch Familien mit Kindern sind unterwegs, ebenso einige Biker. "Dieser Wanderweg ist schon früh im Jahr begehbar, wenn oben noch Schnee liegt", erzählt Touristenführerin Marlies Stricker. Ziel ist die Gafadura-Hütte auf 1428 Meter, einst eine Jagdhütte des Fürsten.
"Dort drüben sieht man den Margelkopf, den Faulfirst und die Alvierkette", erklärt Hüttenwirt Fritz Wohlwend. In der Runde der Hüttengäste sitzt auch der junge Präsident des Liechtensteiner Alpenvereins, Daniel Schierscher. "Eine der attraktivsten Routen ist für mich der Fürstensteig", sagt der 30-jährige Bergführer. Er gilt als Höhepunkt für schwindelfreie Wanderer in Liechtenstein. Vor rund 100 Jahren hat ihn Fürst Johann der Gute in den Stein schlagen lassen. Nun gibt es zusätzlich Geländer, Seile und Leitern.
Informationen: Liechtenstein Tourismus, Städtle 37, FL-9490 Vaduz (Tel. von Deutschland: 00423/239 63 00, E-Mail: info@tourismus.li, www.tourismus.li).