Panorama

"Extreme körperliche Schmerzen" Mädchen stirbt wohl an Folgen von Läusen

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Kopfläuse quälten das Mädchen offenbar jahrelang.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Ende August stirbt in den USA eine Zwölfjährige an einem Herzinfarkt. Der Fall sorgt für Aufregung, denn der Tod soll durch jahrelangen Läusebefall ausgelöst worden sein. Die Eltern sind nun wegen Kindesmisshandlung angeklagt. Ihre Tochter ist offenbar nicht das erste Kind, das sie vernachlässigen.

In den USA wird ein aufsehenerregender Fall von Kindesmisshandlung vor Gericht verhandelt. Mary Katherine Horton und Joey Yozviak müssen sich wegen fahrlässiger Tötung sowie Misshandlung Schutzbefohlener verantworten, berichtet die "Daily Mail". Ihre Tochter Kaitlyn wurde nur zwölf Jahre alt. Sie starb Ende August an den Folgen eines Herzinfarkts, ausgelöst durch jahrelange Anämie.

Die Blutarmut soll die Folge von Läusestichen gewesen sein, so die Richter im Bundesstaat Georgia. In den vergangenen drei Jahren sei das Mädchen permanent gestochen worden. Sonderermittler Ryan Hilton sagte dem Bericht zufolge, dass Kaitlyn zum Zeitpunkt ihres Todes den schwersten Läusebefall hatte, den er und seine Kollegen vom "Georgia Bureau of Investigation" (GBI) je gesehen hätten. Die permanenten Läusebisse hätten den Eisenspiegel in ihrem Blut gesenkt und so wahrscheinlich die Anämie verursacht, sagte Hilton weiter. Das GBI urteilte, dass das Mädchen an "extremen körperlichen Schmerzen aufgrund von Fahrlässigkeit" gelitten habe. Die vollständigen Autopsieergebnisse stehen allerdings noch aus.

Die Richterin des Obersten Gerichts von Wilkinson County, Brenda Trammell, erklärte, es gebe genügend Beweise für eine Anklage gegen die Eltern. In einer gerichtlichen Anhörung soll die 37-jährige Horton bereits ausgesagt haben, dass ihre Tochter etwa eineinhalb Wochen vor ihrem Tod das letzte Mal gebadet habe.

Brüder wurden bereits adoptiert

Nach dem Tod des Mädchens hätten die Ermittler des GBI ein baufälliges Haus voll von Ungeziefer vorgefunden, heißt es laut "Daily Mail" weiter. Die Matratzen, Stofftiere und Polstermöbel in ihrem Zimmer seien übersät gewesen. Die Nachbarn hätten Hilton zufolge berichtet, dass sie die Schülerin schon seit mehr als zwei Monaten nicht draußen gesehen hatten.

Die Eltern waren dem Jugendamt keine Unbekannten: Kaitlyn hat noch zwei Brüder, die bereits von anderen Familien adoptiert worden sind. Sie waren wegen unhygienischer Bedingungen aus der Familie genommen worden.

Nach Kaitlyns Geburt im Jahr 2008 hat sich laut "Daily Mail" zunächst das Jugendamt um die Familie gekümmert, da die Eltern ihr drittes Kind nicht ebenfalls zur Adoption freigeben wollten. Anschließend hat das Amt offenbar lange nichts von der Familie gehört, bis vor zwei Jahren ein Anruf einging, dass das Haus von Schädlingen befallen sei und zudem zu viele Katzen im Haus lebten, das "gefährliche Bedingungen" biete. Daraufhin wurde auch das Mädchen aus ihrem Elternhaus geholt und bei ihrer Tante untergebracht. Sie kehrte jedoch nach sechs Tagen freiwillig zu ihren Eltern zurück. Erst nach dem Tod Kaitlyns hörte das Amt nun wieder von der Familie.

Quelle: ntv.de, ara