Panorama

US-Hausfrau brachte Mann um "Milchshake-Mörderin" bleibt im Knast

Dass Nancy Kissel ihren Mann getötet hat, ist unbestritten. Doch während sie von Notwehr spricht, sieht das Gericht eiskaltes Kalkül. Der Fall mit seiner Mischung aus Ehebruch, Gewalt und Reichtum bewegt Hongkong seit Jahren und ist nun wohl endgültig abgeschlossen.

Die als "Milchshake-Mörderin" bekannt gewordene US-Bürgerin Nancy Kissel ist in einem Berufungsprozess in Hongkong erneut zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Richter Andrew Macrae verkündete das Strafmaß, nachdem die neun Geschworenen die dreifache Mutter des Mordes an ihrem Mann Robert Kissel, einem Investmentbanker bei Merrill Lynch, schuldig gesprochen hatten. Die Angeklagte nahm das Urteil mit gesenktem Kopf entgegen und rutschte auf ihrem Stuhl hin und her.

Die Staatsanwaltschaft hatte dargelegt, dass Kissel ihrem Ehemann 2003 Beruhigungsmittel in einen Erdbeer-Shake gemixt habe, um ihn dann im Schlaf zu erschlagen. Die 46-Jährige hatte zwar gestanden, ihren Mann zu Tode geprügelt zu haben, bestritt aber, die Tat geplant zu haben. Vielmehr habe es sich um Notwehr gehandelt. Zu Beginn des Berufungsverfahrens hatte Nancy Kissel ihren Ehemann als einen Gewalttäter beschrieben, der sie physisch misshandelt und sexuell missbraucht habe. Die Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagten im ersten Prozess zur Last gelegt, ihren Mann ermordet zu haben, um dadurch an eine millionenschwere Lebensversicherung zu gelangen und mit ihrem in den USA lebenden angeblichen Liebhaber durchzubrennen.

Schlafenden Mann geprügelt

Nach Darstellung der Ermittler soll Kissel ihrem Mann wiederholt mit einem bleiernen Dekorationsstück auf den Schädel geschlagen haben, während dieser nach Einnahme des Shakes geschlafen habe. Sie fanden heraus, dass der Mann mit dem Kopf nach unten gelegen hatte, als er totgeprügelt wurde. Anschließend habe sie die Leiche in einen Teppich eingewickelt und über seinen Kopf eine Plastiktüte gestülpt. Kissel habe die Leiche mehrere Tage im Schlafzimmer der gemeinsamen Luxuswohnung liegen lassen, bevor sie Arbeiter anstellte, die die verpackte Leiche in einen Abstellraum brachten. Die Angeklagte erklärte hingegen, sie habe ihren Mann in Notwehr erschlagen, als er während eines Streits mit einem Baseballschläger auf sie losgegangen sei.

Die Hausfrau war bereits 2005 in Hongkong wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde dann aber im Februar vergangenen Jahres vom Obersten Gericht der einstigen britischen Kronkolonie wegen Rechtsfehlern kassiert. Der Fall mit seiner Mischung aus Ehebruch, Gewalt und Reichtum bewegt Hongkong seit Jahren und inspirierte sogar zu einem Buch und einem Fernsehfilm.

Quelle: ntv.de, AFP